Mitten im Herzen des Ruhrgebiets wurde die Firma AquaCare 1995 von den Biologen Beate R. Sellner und Burkhard Ramsch in Herten gegründet. Schon in den ersten Tagen war die Firmen-Philosophie klar: entwickeln von ausgereifter Technik, die den hohen Anforderungen der Meerwasseraquaristik entspricht.

Die erste Produktlinie nach der Gründung beinhaltete ausschließlich Wasseraufbereitungstechniken. Ob für die Trinkwasserversorgung, für’s Labor oder für die Aquaristik, AquaCare entwirft und produziert die passende Umkehrosmoseanlage von der kleinen Low-Tech-Version mit 30 Litern pro Tag bis zu größeren mikroprozessorgesteuerten Anlagen mit mehreren tausend Litern Tagesleistung.  
Bei der Entwicklung einer Pflegeproduktlinie für das Meerwasser musste die Versorgung so unterschiedliche Aquarien wie Fischbecken oder Steinkorallenmonokulturen mit Spurenelementen und anderen essentiellen Verbindungen berücksichtigt werden. Die Problematik der unterschiedlichen Bedürfnisse wurde mit einem Systembaukasten gelöst. Das Hauptprodukt ist die Mischung aus 16 essentiellen Spurenelementen, die für jeden Aquarientyp benötigt wird. Zusätzlich sind im Programm eine Iod-, Strontium- und Eisen-II-Lösung. Alle Produkte sind grundsätzlich ohne Zusätze wie Farb- oder Konservierungsstoffe hergestellt.  

Der südlichste Abschäumer der Welt

Aber auch in der Technik ging’s weiter: der vom Forschungszentrum Jülich konzipierte AquaFlotor mit der enormen Kontaktzeit wurde von AquaCare weiter entwickelt, so dass nun Geräte zur Verfügung stehen, die bei kleinsten Ausmaßen die maximale Abschäumung ermöglichen. Selbst in einer Forschungsstation in der Antarktis werden diese Geräte verwendet - damit ist der AquaCareFlotor der südlichste Abschäumer der Welt.

Nach anderthalb Jahren Laborarbeit konnte der Calciumreaktor getestet werden. Inzwischen sind Modelle in Betrieb, die sage und schreibe bis zu einer halben Million Härteliter pro Tag produzieren können - und das bei einem Auslauf-pH-Wert von 7,3.

Ein weiteres Lizenzprodukt vom Forschungszentrum Jülich steht mit dem Roto-Bioreaktor zur Verfügung. Dieses biologische Nitratentfernungsverfahren ist so sicher, dass weder Nitrit, Schwefelwasserstoff oder Unmengen von Bakterien das Aquariumwasser belasten können. Aufgrund des hohen Aufwand ist es jedoch nur möglich Großanlagen ab ca. 40 g Nitrateliminierung pro Tag anzubieten - für den Hobbyaquarianer leider zu groß. Aber Intensivfischzuchten, Delphinarien oder Hai-Schaubecken sind genau richtig.

Mittlerweile bietet AquaCare auch Komplett-Meerwasseranlagen an. Sie sind so übersichtlich aufgebaut, dass auch der Anfänger leicht und ohne ernste Rückschläge das faszinierende Hobby erleben kann. Kleinanlagen ab ca. 300 Liter sind komplett im Werk vormontiert und lassen sich mit wenigen Griffen zusammenfügen. Größere Anlagen werden gemeinsam mit dem Kunden geplant, Großanlagen zusammen mit erfahrenen Ingenieuren der verschiedenen Fachrichtungen konstruiert.

Auch die Zukunft wird viele interessante Dinge bringen. Neue Erkenntnisse, die nicht zuletzt mit der AquaCare Versuchsanlage entstehen, werden in neue, leistungsfähige Produkte umgesetzt. Eine 20.000 Liter tropische Meerwasseranlage, die bis jetzt in der ersten Ausbaustufe in Betrieb ist, und eine Laboranlage, die alternativ autark oder am Gesamtsystem arbeiten kann, lassen viele Versuche möglich werden, die bei vielen anderen aquaristischen Herstellern nicht durchführbar sind. Da auch empfindlichste Steinkorallen, andere Niedere Tiere und Fische - u.a. ein Acanthurus leucosternon (Weißkehldoktor) - im System gehalten werden und neue Produkte nur bei Bestehen an dieser Anlage für den Verkauf freigegeben werden, ist die Qualität von AquaCare-Produkten gesichert.

Auch AquaCare setzt auf das Internet als Medium der Zukunft ist. Mit monatlichen Aktualisierungen unter www.aquacare.de kann sich der Online-Aquarianer selbst über Neuigkeiten oder Veröffentlichungen informieren - und wenn es sein muss, in Chinesisch.



DATZ Aquarien-Praxis 10/2000