Als „arabischen Tigerstaat“ bezeichnete der deutsche Botschafter in Abu Dhabi, Jürgen Steltzer, vor Unternehmern in Münster die Vereinigten Arabische Emirate (VAE). Mit einem Wirtschaftswachstum von zuletzt neun Prozent sei der Markt äußerst attraktiv, betonte er bei einer Außenwirtschaftsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. In den Emiraten sind rund 150 Unternehmen aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region wirtschaftlich engagiert, vom herkömmlichen Export-Geschäft bis hin zu eigenen Niederlassungen.

Der Vorsitzende des IHK-Außenwirtschaftsaussschusses, Jörg Saueressig aus Vreden (Kreis Borken), sieht ebenfalls gute wirtschaftliche Chancen für deutsche Unternehmen. Er selbst ist mit seinem Unternehmen schon länger im Nahen Osten engagiert. Die Präsenz des eigenen Unternehmens vor Ort spiele dabei eine entscheidende Rolle, betonten Saueressig und Steltzer unisono. Diese Einschätzung untermauerte die Unternehmerin Beate Sellner aus Herten (AquaCare A.S.R.) mit praktischen Erfahrungen, die sie mit ihrem Unternehmen in Ägypten gesammelt hat.

Der Botschafter skizzierte den Unternehmen die wirtschaftlichen Perspektiven der Emirate und die Bedingungen für ein Auslandsengagement vor Ort. Insbesondere die Emirate Dubai und Abu Dhabi investierten derzeit kräftig in den Ausbau ihrer Wirtschaft und ziehen Investoren aus der ganzen Welt an. Zusätzliche Impulse erwartet die IHK durch den bevorstehenden politischen Generationswechsel in Abu Dhabi. Danach stehe Dubai, der am schnellsten wachsenden Stadt der Welt, demnächst wirtschaftliche Konkurrenz bevor, bestätigte Steltzer. Er bezeichnete Abu Dhabi als die „grüne Wiese mit viel Geld“ und spielte damit auf die großen ungenutzten Landflächen und die touristischen Gebiete an. Für die gewünschten 2,5 Millionen Touristen pro Jahr müssten zum Beispiel etwa 250 zusätzliche Hotels gebaut und entsprechende weitere Infrastrukturprojekte verwirklicht werden. Neben der günstigen geographischen Lage der VAE zwischen Asien und Europa, sind die niedrigen Energiepreise (z.B. 3 Cent pro kWh) besonders für energieintensive Produktionsbetriebe interessant.

Bedarf bestehe zudem an Umwelt- und Wassertechnologien, in die hohe Summen investiert werden sollen, beantwortete Steltzer die Frage von Jörg Saueressig, Geschäftsführer der Saueressig GmbH & Co. und Vorsitzender des IHK Außenwirtschaftsaussschusses nach den Geschäftschancen in der Region. Saueressig selbst ist schon länger in der Region engagiert und sieht ebenfalls gute wirtschaftlichen Chancen für deutsche Unternehmen. Die Präsenz des eigenen Unternehmens vor Ort spielt dabei eine entscheidende Rolle, betont der Botschafter und wird in dieser Einschätzung durch Beate Sellner aus Herten, Aqua Care A.S.R aus, die bereits Erfahrungen mit Ägypten gesammelt hat, bestätigt.