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Ramsch, B. 1998: Wasseraufbereitung - Beeinflussung der Zusammensetzung des Wassers.  D. Aqu. u. Terr. Z. (DATZ), Praxis 11: 84-85.

Wasseraufbereitung - Beeinflussung der Zusammensetzung des Wassers

Burkhard Ramsch & Beate R. Sellner, Diplom-Biologen von AquaCare, Herten

Gründe für die Beeinflussung der Wasserqualität
Die Wasseraufbereitungstechniken


 

Gründe für die Beeinflussung der Wasserqualität

Wasser besteht aus eine Vielzahl von Stoffen, die unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Das Leitungswasser in Mitteleuropa weicht von der Zusammensetzung von tropischen Wässern (meist Weichwässern) erheblich ab. Viele der sogenannten Anfängerfische jedoch stammen aus Wässern, die nicht zu den Weichwässern zählen und deshalb besser in mitteleuropäischen Wasser leben können. Außerdem besitzen diese Fische zumeist eine sehr starke Anpassungsfähigkeit, die die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhen. Selbst so empfindliche Tiere wie der Diskus-Buntbarsch wurde in Nachzuchten so weit an Leitungswasser adaptiert (angepasst), so dass eine Hälterung zumeist ohne Probleme möglich ist - von extrem harten Wässern einmal abgesehen.

Wenn aber großen Wert auf kräftigen Pflanzenwuchs, Tiere aus extremen Biotopen, auf die Pflege von empfindlichen Weichwasserfischen oder auf die Zucht dieser Tiere gelegt wird, kommt man in den meisten Fällen auf eine Beeinflussung des Leitungswasser nicht herum. Dieser Prozess wird mit dem Oberbegriff Wasseraufbereitung beschrieben.


Um leicht saures bis neutrales Wasser zu erhalten und vor allem im Aquarium auf längere Zeit konstant zu halten, muss man bedenken, dass der pH-Wert indirekt durch Ausscheidungen der Tiere saurer und durch die Aktivität von Pflanzen (Photosynthese) basischer wird. Welcher Prozess stärker ist, hängt natürlich von der Einrichtung und Besatz ab. Bei reinen Fischbecken (Zucht) kann bei sehr weichem Wasser der pH stark absinken (Säuresturz). Um dem vorzubeugen, muss das Wasser eine Mindestkarbonathärte (KH) von 3-5°dH aufweisen. Steht nur sehr weiches Wasser zur Verfügung, muss das Wasser aufgehärtet werden. In Aquarien mit sehr starkem Pflanzenwuchs (starke Beleuchtung) kann der pH-Wert ohne Beeinflussung nur gehalten werden, wenn die Karbonathärte einen Wert von maximal 1°dH aufweist. Andernfalls muss eine Kohlendioxiddüngung und/oder Umkehrosmosetechnik bzw. Ionenaustausch verwendet werden. Flüssigprodukte, die den pH-Wert senken, bringen bei sehr hohen Karbonathärten leider nur wenig Wirkung. In einigen Produkten sind zusätzlich Gerbstoffe enthalten, die die „Schwarzwassercharakteristik" und die damit einhergehende Bakterienarmut für einige spezielle Fische erzeugen.

Leicht basisches Wasser z.B. für ostafrikanische Barsche erhält man in den meisten Fällen direkt aus dem Wasserhahn. Die Karbonathärte liegt oft über 5-10°dH. Der pH-Wert liegt meist leicht über 7 und stellt sich in den Barschbecken von allein auf über 8 ein. Steht nur sehr weiches Wasser zur Verfügung muss jedoch aufgehärtet werden. In vielen Meerwasseraquarien ist der Verbrauch an Härte und Calcium so enorm, dass diese Stoffe laufend nachgeführt werden müssen (Kalkreaktor, Kalkwasser, Calciumchlorid-Natriumhydrogencarbonat-Methode).

 

Die Wasseraufbereitungstechniken

Kategorie: Wasseraufbereitung