Drucken
Zooplankton: Kulturgefäße und die erforderliche Technik


Eine Zooplanktonanlage mit mehreren Planktonröhren

Zooplankton-Kleinaquarium
Zooplanktonröhre
Auslegung der Betriebsparameter



Zooplankton-Kleinaquarium

Erforderliche Geräte:

  • Glasaquarium mit Abdeckscheibe, ca. 20-100 Liter;
  • Luftversorgung (Membranpumpe, Kleinkompressor); 
    werden mehrere Aquarien versorgt sollte jedes Aquarium mit einem Rückschlagventil gesichert werden;
  • Beleuchtung: nicht notwendig aber nützlich, um einen Teil der vom Zooplankton produzierten Abfallstoffe mit Hilfe der Futteralgen aufzunehmen

Funktionsweise:

Das Aquarium wird vorzugsweise mit Phytoplankton gefüllt und mit groben Luftblasen in Bewegung gehalten. Die eingesetzte Zooplanktonstartkultur (z.B. Brachionus oder frisch geschlüpfte Artemia) ernährt sich vom Phytoplankton. Verschwindet die Algenfärbung langsam, sollten frische Algen zugefüttert oder die Zooplanktonkultur geerntet werden. Die Zooplankter oder bestimmte Stadien von ihnen (z.B. Larven) können mit den passenden Sieben sortiert und den Fischlarven gereicht werden.  

Zooplanktonröhre

Erforderliche Geräte:

  • Zooplanktonröhren mit jeweils mindestens 4-5 Litern Inhalt; jedoch mit mehreren Schlauchanschlüssen und für Kulturen, die viel Detritus produzieren, ist ein Rührschaber vorteilhaft
  • Luftversorgung (Membranpumpe, Kleinkompressor);
    werden mehrere Röhren versorgt sollte jede mit einem Rückschlagventil gesichert werden.
  • Beleuchtung: nicht notwendig aber nützlich, um einen Teil der vom Zooplankton produzierten Abfallstoffe mit Hilfe der Futteralgen aufzunehmen

 



Funktionsweise:

Das Prinzip ist genau das Gleiche wie bei den Zooplanktonaquarien. Zusätzlich kann der entstehende Detritus entfernt werden. Dazu lockert der Rührstab die Ablagerungen am Rand des Konuses auf, sodass mit dem Absaugschlauch der Mulm abgesaugt werden. Die Luft wird bei kaum sedimentierenden Mikroalgen (z.B. Nannochloropsis spec.) ca. 5 cm über dem Konus eingeblasen: die Algen bleiben in Schwebe, der Mulm sinkt in den Konus. Bei sedimentierenden Algen muss die Luft unten im Konus eingeblasen werden. Erst 10...20 Minuten bevor der Mulm abgesaugt werden soll, wird die Luftzufuhr auf die etwas höhere Position umgeleitet. 
Eine Brachionus plicatilis-Kultur, gefüttert mit Nannochloropsis salina mit vollständiger Durchmischung (Lufteintrag unten): das Medium ist sehr trübe durch den produzierten Detritus (Futterrest, Fäces der Rädertierchen, Tierleichen) Die gleichen Bedingungen jedoch mit nicht vollständiger Durchmischung (Lufteintrag ca. 5 cm über dem Konus): die weißen Pünktchen sind Brachionus, es sind kaum Fremdstoffe im Freiwasser. Der Detritus kann im Konus regelmäßig abgesaugt werden. Die Trennung Kultur - Detritus funktioniert nur mit Algen, die sehr schlecht sedimentieren, z.B. Nannochloropsis salina.

 

Auslegung der Betriebsparameter

Beleuchtung

  • Am besten Leuchtstoffröhren mit Tageslichtspektrum, aber auch sogenannte Energiesparröhren können verwendet werden. Die Beleuchtungsintensität kann erheblich niedriger ausfallen (verglichen mit Algenröhren); so gibt es normalerweise auch keine Temperaturprobleme.

Luftversorgung

  • Es sollte nur mit groben Luftblasen gearbeitet werden. Denn feine Ausströmersteine produzieren sehr viele Aerosole, die die Algen durch die  Luft in andere Systeme verschleppen. 
  • Je empfindlicher der Organismus ist, desto niedriger muss die Luftversorgung eingestellt werden. 

Temperatur

  • Zu hohe Temperaturen entstehen durch die wesentlich geringere Beleuchtung im Allgemeinen nicht. Sollte ein Organismus angezogen werden, der nur bei niedrigen Temperatur gedeiht, müssen Kühlmaßnahmen getroffen werden. Z.B. kann man einen kühlen Raum wählen, mit gekühlter Zuluft arbeiten oder eine Kühlschlange in einem Aquarium installieren, in dem die Zooplanktonröhren stehen. Mit Ventilatoren sollte nicht gekühlt werden, da einerseits die Kontaminationsgefahr bei offenen Kulturen zu groß ist und andererseits geschlossene Systeme nicht mit Ventilatoren gekühlt werden können. 

pH-Wert

  • Der pH-Wert wird normalerweise nicht geregelt. 
  • Sollten zu hohe pH-Wertschwankungen auftreten sollte die Karbonathärte überprüft und gegebenenfalls erhöht werden.

Salzgehalt

  • Der Salzgehalt sollte der zu kultivierenden Art / Stamm angepasst werden. Kann eine Art bei sehr hohen Salzgehalten wachsen, sollte diese verwirklicht werden. Je höher der Salzgehalt, desto weniger kontaminierende Arten können die Nutzkultur unbrauchbar machen. 
  • Je stärker belüftet wird, desto höher sind die Wasserverluste. Es sollte regelmäßig der Salzgehalt kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden. 

Konzentration der Nährorganismen und Abfallstoffe

  • Je empfindlicher die Art, desto geringer die Konzentration der Futteralgen. Zu hohe Algendichten verursachen hohe Wachstumsraten der Zooplankter. Dabei können sich die Zooplankter selbst mit Ammoniak vergiften. Die Toleranz ist sehr unterschiedlich: so können Artemia "salina" teilweise Ammoniakkonzentrationen von 391 µg/l (entspricht bei 20,5°C, 35/1000 und pH 8,63 einer NHx-Konzentration von 4,08 mg/l) überleben, andere Organismen sterben weit früher.
Kategorie: Planktonzucht