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Zooplankton: Übersicht zur Aufzucht von Zooplankton



(von links) einige wichtige Zooplankter für die Planktonzucht:
Brachionus plicatilis L-type (Rädertierchen), Artemia "salina" (Salinenkrebschen): Nauplie und Subadultus 
Fotos: AquaCare


Voraussetzungen für eine Zooplanktonzucht
Anreicherung von Futtertieren
- Kühlschrankmethode
- Flaschenmethode



Voraussetzung für eine Zooplanktonzucht

Um hochwertiges Zooplankton züchten zu können, ist eine Mikroalgenzucht Voraussetzung. Zwar kann Zooplankton auch mit Ersatzfutter (z.B. Hefe) gefüttert werden. Doch wichtige Inhaltsstoffe wie z.B. hoch-ungesättigte Fettsäure (HUFA) fehlen meist oder sind nur in einer ungünstigen Zusammensetzung vorhanden. Nur wenn Zooplankton eine optimale Zusammensetzung hat, können Fischlarven oder Larven anderer Tiere großgezogen werden. Um Mikroalgen kultivieren zu können, gibt die Mikroalgen: Übersicht zur Aufzucht von Phytoplankton Aufschluss. Es werden nur wenige zusätzliche Dinge benötigt:
Artemia "salina" mit Phaeodayctylum 
tricornutum
als Futter in der Zooplanktonröhre

Brachionus plicatilis Bra-9 (gefüttert mit Nannochloropsis salina) in der 
Zooplanktonröhre (der schwarze 
senkrechte Stab hat einen Durchmesser 
von 3 mm)

 

  • gröbere Siebe um 50 bis 150 µm, um die gewünschte Größe Zooplankter auszusieben;
  • zusätzliche Gefäße um Zooplankter aufzuziehen;
  • einen geschützten Platz (entfernt von Algenkulturen), um Phytoplanktonkulturen vor der Kontamination mit Zooplanktern zu verhindern;
  • Anreicherungsmittel (Konzentrate von essentiellen Stoffen wie Vitaminen, Fettsäuren, Mineralien, Antioxidantien)

Anreicherung von Futtertieren

Auch wenn die Zooplankter mit hochwertigen Mikroalgen gefüttert wurden, schadet es nicht die Tiere vor dem Verfüttern mit essentiellen Inhaltsstoffen anzureichern. Viele der gelösten Stoffe dringen während der Anreicherung direkt durch die Haut in die Zooplankter (siehe unten Kühlschrankmethode) oder werden aktiv aufgenommen (siehe unten Flaschenmethode). Die beiden vorgestellten Methoden sind Mai 2004 entnommen.

Kühlschrankmethode (für ganz frisch geschlüpfte Nauplien, die noch keine Nahrung aufnehmen)

  1. Frisch geschlüpfte Nauplien (z.B. Artemia) so weit wie möglich einengen (Kultur durch ein 100-150 µm Sieb geben und die zurückgehaltenen Nauplien mit ganz wenig Wasser vom Sieb waschen.
  2. Die Nauplien mit einem Anreicherungsfutter (siehe Mai 2004) vermischen. Mischverhältnis muss aufprobiert werden.
  3. Den Nauplien-Brei in eine flache und abdeckbare Schale (z.B. große Petrischale) geben und verteilen.
  4. Im Kühlschrank für 24...48 Stunden lagern und anschließend die noch lebenden Nauplien verfüttern. Auf keinen Fall tote Tiere verfüttern.

Flaschenmethode (für etwas ältere Nauplien, die Nahrung aktiv aufnehmen)

  1. 24...36 Stunden alte Artemia-Nauplien einengen und mit relativ wenig frischem Meerwasser in eine saubere Artemia-Flasche überführen.
  2. Die Nauplien mit einem Anreicherungsfutter (siehe Mai 2004) vermischen. Mischverhältnis muss aufprobiert werden.
  3. Nach 6...8 Stunden (nicht länger bei Artemia; bei anderen Tieren können andere Zeiten sinnvoll sein) sind die Nauplien sattgefressen und bereit als Futter für Fischlarven zu dienen.
  4. Nicht verfütterte Nauplien können in neuem Meerwasser wieder angereichert werden.
Kategorie: Planktonzucht