Qualitätsmerkmale eines Abschäumers



Ob klein oder groß: Abschäumer sollte bestimmte Merkmale und Qualitäten aufweisen.

Höhe des Abschäumers
Luftblasengröße
Kontakzeit Luft - Wasser
Luft- und Wassermenge
Erzeugte Flotatmenge und -qualität
Wasser- und Luftführung (Turbulenzen)
Sauerstoffanreicherung und CO2-Austrag

Materialien des Abschäumers
Wartungsfreundlichkeit
Tabellarische Übersicht


Die Leistung verschiedener Abschäumer zu vergleichen, ist wohl das schwierigste oder auch das teuerste Unterfangen, dass man sich im Bereich Aquarientechnik vorstellen kann. Eine absolute Aussage kann nur mit einem Test getroffen werden, bei dem die zu vergleichenden Abschäumer an ein und dem selben System gleichzeitig angeschlossen werden. Der Testsieger schäumt am längsten und nimmt den anderen mehr oder weniger die abschäumbaren Substanzen vor der Nase weg. Der finanzielle Aufwand für einen umfassenden Test ist augenscheinlich und kann deswegen weder von Herstellern (die Branche ist extrem klein verglichen mit z.B. HighFi- oder Photobranche, die regelmäßig Test durchführen können), noch vom Zoofachmarkt oder gar vom Aquarianer durchgeführt werden. 

Es gibt nur einige Regeln, die hier aufgeführt werden können, um sich ein Bild eines Abschäumers machen zu können. Je mehr positive Eigenschaften ein Abschäumer erfüllt, desto besser ist die Aussicht, einen guten erwischt zu haben. Dennoch ist es unmöglich mit diesen Kriterien zu entscheiden, ob z.B. ein kurzer Gegenstrom-Abschäumer mit Holzausströmer aus Plexiglas besser ist als ein hoher Gleichstrom-Abschäumer mit Venturidüse aus PVC. Das kann wirklich nur in einem direkt vergleichenden Test entschieden werden. 

Höhe des Abschäumers

Grundsätzlich gilt, dass höhere Abschäumer der gleichen Bauart eine bessere Leistung bringen, als kurze Abschäumer. Diese Regel gilt bis zu einer Höhe von ca. 2 Metern. Bei Höhen von über ca. 2 Metern ist eine Leistungssteigerung durch Bauhöhenvergrößerung nicht mehr zu erreichen; im Gegenteil: die Leistung kann sogar noch vermindert werden. Zu erklären ist das mit dem Wasserdruck. Wenn ein kleines Luftbläschen im unteren Teil des Abschäumers erzeugt wird (Injektor, Holzausströmer, etc.) und aufsteigt, wird es durch den abnehmenden Wasserdruck größer. Größere Luftblasen haben aber bei gleichem Volumen (auf Normdruck bezogen) eine geringere Oberfläche als kleinere Luftblasen. Die Oberfläche ist aber sehr wichtig für die Leistung (s.u.). Der Gasaustausch bei höheren Systemen ist ebenfalls besser und sollte beachtet werden (zu viel CO2 wird ausgetrieben; Sauerstoff angereichert). Bei hohen Systemen verweilt die einzelne Luftblase länger im Wasser als bei niedrigen Abschäumern des gleichen Prinzips. Diese Kontaktzeit ist wichtig, für den eigentlichen Adsorptionsprozess der abschäumbaren Stoffe an der Luftblase (s.u.).

Fallstromabschäumer müssen wegen des Prinzips der Lufterzeugen auf jeden Fall mindestens über 1 m Höhe im Lufterzeugungssystem haben - besser über 1,5 m. Ansonsten ist die Blasenproduktion nicht effektiv genug.

Luftblasengröße

Die Luftblasengröße beeinflusst direkt die zur Verfügung stehende Oberfläche (siehe Prinzip der Abschäumung). Je mehr Oberfläche mit dem gleichen Luftvolumen geschaffen wird, desto effektiver ist die Abschäumung. Der Aquarianer kann leider nicht die Blasengröße beurteilen. Auch gibt es keine objektiven Tests, die Aufschluss darüber geben können. Grundsätzlich gilt, dass für die verschiedenen Blasenerzeugungssystem unterschiedliche Kriterien gelten.
Venturi = Injektor: je höher der Arbeitsdruck, desto besser das Blasenbild
Ausströmer: je feinporiger die Poren und niedriger der Arbeitsdruck, desto feiner die Blasen (siehe Luftausströmer für die Meerwasseraquaristik)
Fallstromabschäumer: je höher die Rieselsäule, je mehr Druck aus der Zuführungsleitung, je kleiner die Rieselkörper, desto besser das Blasenbild
Dispergator: je größer das Pumpenrad, je höher die Umdrehungszahl, je feiner die Einbauten am Pumpenrad desto besser das Blasenbild

Unserer Meinung nach haben neue, qualitativ hochwertige Holzausströmer zu Beginn ein besseres Blasenbild als Kleininjektoren. Mit der Laufzeit verschlechtert sich die Leistung des Holzausströmer; die Leistung des Injektors hingegen bleibt konstant. Ab ca. 1 bar (10 m Wassersäule) Arbeitsdruck am Injektor (Großabschäumer z.B. AquaCareFlotor 6000V und größer) sind keine Unterschiede der Blasenqualität mehr zwischen Holzausströmern und Venturidüsen feststellbar.

Kontaktzeit Luft - Wasser

Der Abschäumprozess beruht auf dem Prinzip der Adsorption. Dieser Prozess ist relativ langsam, so dass die Kontaktzeit, in der sich die einzelne Gasblase im Wasser befindet, für die Abschäumung wichtig ist. Je länger die Kontaktzeit desto besser die Abschäumung. So kann die Leistung folgendermaßen aufsteigend eingeteilt werden:

Gleichstromprinzip < Gegenstromprinzip < Schwebestromprinzip (Infos dazu: Prinzip der Abschäumung)

Wie oben erwähnt hat die Bauhöhe ebenfalls Einfluss auf die Kontaktzeit. - Doch wie kann man die durchschnittliche Kontaktzeit einer Luftblase messen? Eine wissenschaftliche Methode ist uns nicht bekannt. Aber eine grobe Übersicht kann man mit einem einfachen Versuch bekommen. Bei einem Abschäumer, der an einem Aquarium in Betrieb ist, wird einfach die Luftzufuhr gestoppt (Luftpumpe aus; Ansaugrohr vom Injektor oder Dispergator zuhalten). Die Zeit, bis keine Luftblase mehr im Hauptrohr zu sehen ist, wird mit einer Stopuhr gemessen. Bei diesem Versuch wird zwar nach dem Verschließen der Luftzufuhr die Luft- und Wasserführung geändert (es wird mehr Wasser gefördert, weil an Venturi und Dispergator der Energieaufwand zum Luftansaugen nun ausschließlich zur Wasserförderung eingesetzt wird) und die durchschnittliche Dichte des Wasser-Luft-Gemisches, aber als grober Anhaltspunkt kann der einfache Test durchgeführt werden.

Luft- und Wassermenge

Die meistgestellte Frage ist immer die nach dem Lufteinzug eines Abschäumers. Es stimmt zwar, dass mehr Luft mehr Oberfläche erzeugen kann. Aber genauso wichtig ist die Frage, wie lange diese Luft im Abschäumer verbleibt. Je länger die Luft im Abschäumer verbleibt (je höher die Kontaktzeit) desto weniger Luft wird benötigt. 

Die Wassermenge, die durch einen Abschäumer fließen soll, wird in der allgemeinen Aquarienliteratur mit 1 bis 1,5 mal das Beckenvolumen pro Stunde angegeben. Dabei wird überhaupt nicht beachtet, wie effektive der Abschäumer ist. AquaCare-Abschäumer können aufgrund der höheren Abschäumleistung schon bei 0,7 mal das Volumen pro Stunde eingesetzt werden. Ein effektiv arbeitender Abschäumer kann mit einem geringeren Durchsatz besser reinigen als ein uneffektiv arbeitender mit hohem Wasserdurchsatz. Vergleiche sind also eigentlich nicht durchführbar. - Die Größe des Aquariums spielt ebenso eine Rolle: kleine Aquarien sollten prozentual mehr Wasser durch den Abschäumer reinigen lassen als große Aquarien. Denn einerseits sind kleiner Aquarien biologisch, chemisch und physikalisch nicht so stabil wie große und andererseits ist der Tierbesatz in großen Aquarien auf das Volumen bezogen kleiner (mehr Freiwasserraum). 

Wichtig ist auch, dass der Abschäumer am System so installiert ist, dass er gut mit Schmutzwasser versorgt wird. Es ist darauf zu achten, dass der Abschäumer nicht das gereinigte Wasser selbst wieder ansaugt (hydraulischer Kurzschluss) - bei vielen Filtersystemen leider immer wieder zu sehen. Bei nicht direkt am Aquarium angeschlossen Abschäumern sollte beachtet werden, dass das Filterbecken einen höheren Wasserdurchsatz hat, als der Abschäumer. Andernfalls macht der Abschäumer das Filterbeckenwasser schön sauber, aber das verschmutzt Wasser vom Aquarium wird viel zu langsam zum Abschäumer transportiert. Der Abschäumer steht immer in Konkurrenz zur bakteriologischen Reinigung des Aquariums und muss deshalb gut mit Schmutzwasser versorgt werden. Fließt effektiv ca. 5 mal das Beckenvolumen pro Stunde durch das Filterbecken gibt es keine Probleme.

 

Erzeugte Flotatmenge und -qualität

Bei der erzeugten Flotatmenge eines Abschäumers wird sehr kontrovers diskutiert. Es wird oft nur die eigentliche Menge als Vergleich herangezogen. Aber die Konzentration der Schmutzstoffe spielt die gleiche Rolle. Eine objektive Leistungsangabe wäre das Produkt von Menge mal der Konzentration. So können 50 ml eines hochkonzentrierten Flotats mehr Abfallstoffe aufweisen als 2 Liter eines niedrigkonzentrierten Flotats. Ein grober Richtwert für die Konzentration ist die Färbung des Flotat. Ein tiefschwarzes Flotat ist normalerweise konzentrierter als ein hellbraun, durchscheinendes "Süppchen". Sollen unterschiedliche Flotate miteinander verglichen werden, sollte das dunkle, hochkonzentrierte Flotat so weit mit Wasser verdünnt werden, das es die Farbe des hellen Flotats aufweist. Wer ein Photometer hat, kann die Verdünnung mit Hilfe der Extinktionsmessung genauer durchführen. Wichtig ist, das die Flotate homogen sind und keine "Klumpen" aufweisen. Außerdem sollten vergleichbare Aquarien getestet werden. Zum Beispiel ist das Flotat aus extrem kalten Aquarien (Arktis, Antarktis) schneeweiß anstatt braun bis schwarz bei tropischen Systemen.

Versuch
zwei Abschäumern am gleichen System schäumten in der gleichen Zeit ab:
Abschäumer A produzierte 59 ml, Abschäumer B (etwas dunkleres Flotat) nur 9 ml.
Abschäumer A hat somit 6-7 mal mehr Flotat produziert.

Proben aus A und B

verdünnte Probe B
Das dunklere Flotat (Abschäumer B) wurde so weit verdünnt, dass die Färbung der Flotate übereinstimmt. Das Flotat von Abschäumer B musste auf 98 ml verdünnt werden. Somit hat Abschäumer B eine 1,7 mal höherer Leistung erbracht, obwohl weniger ml abgeschäumt wurden. Abschäumer B produziert Schaum fast 11mal höher konzentriert.
Fazit:
auf den ersten Blick ist ein direkter Vergleich von der Leistung nicht zu machen. Erst nach Verdünnung der dunkleren Probe kann eine Aussage getroffen werden. 

Flotatablauf oder kein Flotatablauf? Bei Großabschäumern kann die Frage eindeutig mit Ja beantwortet werden, weil ein gefüllter Flotattopf auf Grund des Gewichtes nicht mehr tragbar ist. Bei Kleinabschäumern muss die Antwort jedoch differenzierter ausfallen. Ist ein Ablauf installiert, kann das Flotat mittels eines Schlauches sofort in einen Abfluss geleitet werden. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass dann Kontaktrohr und Konus nicht genügend oft gereinigt werden. Aber genau diese Reinigung ist ausschlaggebend für eine hohe Abschäumleistung. Auch kann ein versehentliches Überlaufen zu hohen Wasserverlusten im Aquarium führen

 

Wasser- und Luftführung

Weitere bautechnische Probleme lassen sich erkennen, wenn der Abschäumer in Betrieb ist. Bei vielen Abschäumern kann man trotz Volllastbetrieb durch die Hauptröhre hindurchsehen, weil die Luftblasenkonzentration extrem gering ist. Das ist verschwendeter Platz! Die Luftzufuhr und/oder die Kontaktzeit ist zu gering. 

Im oberen Teil, in dem sich der Schaum bildet (Normalschaumbereich) kann man bei einigen Abschäumern ein extrem hohes Verwirbeln (Turbulenzen) erkennen. Die Turbulenzen erschweren die Bildung des festen, schmutzigen Eiweißschaums und lassen somit die Effektivität sinken. Natürlich schäumen auch diese Abschäumer ab, allerdings erst ab sehr hohen Schmutzkonzentrationen. Aber im Korallenriffaquarium ist es das Ziel, das Wasser gut zu säubern, damit auch gut gefüttert werden kann. Oft kann bei diesen Abschäumern durch Reduzierung der zulaufenden Wassermenge die Turbulenzen vermindert oder verhindert werden. In diesem Fall ist weniger Wasser mit höherer Leistung verbunden. Beim Schwebestromprinzip muss die Wassermenge sogar sehr exakt eingestellt werden, damit Turbulenzen die Schaumleistung nicht vermindert. AquaCareFlotoren sind so ausgelegt, das mit der empfohlenen Pumpe der Zulaufkugelhahn gedrosselt werden muss. Das hört sich nach Energieverschwendung an, hat aber nach ein paar Monaten den Vorteil, dass die Leistungsverminderungen durch zuwachsende Rohre und Pumpenläufer einfach durch Öffnen des Kugelhahns kompensiert werden kann.

 

Sauerstoffanreicherung und CO2-Austrag

Ein wichtiger Faktor, der oft unterschätzt wird, ist der Gashaushalt eines Aquariums. Mit Technik muss dafür gesorgt werden, dass der Sauerstoffgehalt immer um oder über 100% liegt. Tropische Meeresfische sind im Allgemeinen extrem empfindlich gegenüber Sauerstoffmangel! Mit einem Sauerstoffreaktor ist das möglich, kann aber eben so gut von einem guten Abschäumer übernommen werden. Fallströmabschäumer können bis ca. 1 mg/l über die Sättigungskonzentration, Abschäumer nach dem Schwebestromprinzip bis 2 mg/l erzeugen. 

Ebenso wichtig ist der CO2-Austrag aus dem Wasser. Im Zeitalter des Kalkreaktors wird das Korallenriffaquarium oft mit zu viel CO2 versorgt, das leicht übermäßiges Algenwachstum oder gar einen pH-Sturz auslösen kann. Zwar gibt es schon Modell die bis zu 80% weniger CO2 in das Wasser einbringen (Turbo-Kalkreaktor), aber das verbleibende CO2 muss aus dem Wasser gebracht werden.

Nachdem ein Artikel erschienen ist, bei dem zu generell beschrieben wurde, das Riffaquarien ohne Abschäumer besser "laufen", sind einige Aquarianer ohne zu Überlegen auf die Idee gekommen, den vorhandenen Abschäumer auszustellen. Leider wurde übersehen, dass der Kalkreaktor gehörige Mengen an Kohlendioxid in das bringt und den pH-Wert auf unter 7,5 im Aquarium gesenkt hat. An diesen Versuchen sieht man, wie wichtig das CO2-Austragspotential eines Abschäumers sein kann. 

Je mehr Sauerstoff ein Abschäumer anreichern kann, desto mehr kann er aus CO2 austragen. Klingt erst einmal widersprüchlich, doch in der Aquarienpraxis ist das Zulaufwasser eines Abschäumers mit Sauerstoff untersättigt und mit CO2 weit übersättigt (Kalkreaktorbetrieb). Im Betrieb kann das Austragspotentials auch am durchschnittlichen pH-Wert des Aquariumwasser erkannt werden. Wenn bei Abschäumer A ein durchschnittlicher pH-Wert von 8,1 gemessen wird und nach dem Einbau des Abschäumers B der pH-Wert auf 8,3 gestiegen ist (andere Technik muss konstant eingestellt bleiben!), hat Abschäumer B eindeutig den besseren CO2-Austrag. Wenn der pH-Wert gefallen sein sollte, ist der Austrag niedriger.

 

Materialien des Abschäumers

Die Materialien des Abschäumers sind für eine lange Funktion wichtig. Grundsätzlich sollten nur meerwasserresistente Materialien verwendet werden. Metalle z.B. haben bei Abschäumern nichts zu suchen. Als Regel gilt, dass bei Klebestellen / Schweißstellen nur gleiche Materialien verwendet werden. Wird z. B. Plexiglas (PMMA, "Polyacryl") mit PVC verschweißt oder verklebt sind diese Ansatzstellen mit der Zeit eine Leckagegefahr. Wenn unterschiedliche Materialien verwendet werden, sollten diese durch Flansche oder Verschraubungen und passenden Dichtungen zusammengefügt werden. PVC-Rohr, die direkt an einem Plexiglasrohr angeschweißt sind, müssen unbedingt fixiert werden, damit nicht das Rohrgewicht und Wasserinhalt an der Schweißnaht zerren. 

Hauptrohr und  Kontaktrohr sollten aus einem transparentem Material sein, damit die Blasenmenge, -qualität und die Strömungen innerhalb des Abschäumers beobachtet werden können. Alle anderen Teile können aus undurchsichtigem Material sein. Diese Stellen können bei Lichteinfall dann nicht veralgen. 

Die meisten Aquaristikabschäumer sind aus PVC und Plexiglas gebaut. Plexiglas ist absolut transparent und ist in letzter Zeit modern geworden. Es kann aber leider auch sehr schnell verkratzen und sehr leicht springen, insbesondere wenn es nicht ordentlich getempert wurde. Der Tempervorgang kann nachträglich nicht überprüft werden. 


Einzelteile des AquaCareFlotor 1000V aus deutscher Herstellung
Das wesentlich schlagzähere PVC (gibt es in grau und transparent) ist nur schwer kaputt zu kriegen und sollte im rauen Aquaristikalltag (wie schnell fällt ein Flotattopf mal auf den Boden!) bevorzugt eingesetzt werden. Außerdem kann eine Reparatur von PVC vom Aquarianer selber vorgenommen werden. AquaCare verwendet bei Kalkreaktoren, Nitratfiltern, Kalkwasserreaktoren und Kleinabschäumern bis Größe 3000 und bei Großabschäumern ab Größe 30.000 graues und transparentes PVC; bei den  Abschäumer der Größe 6000 bis 16000 besteht das Hauptrohr und Abschäumertopf aus PMMA, der Rest hingegen wiederum aus PVC. Selbstverständlich sind die PMMA-Teile mit Flanschen oder Teflondichtungen von den PVC-Teilen getrennt und nicht direkt geklebt oder geschweißt. Bei extrem großen Abschäumern (ab ACF110.000V) baut AquaCare Basis und Hauptrohr aus dem extrem schlagzähen PE (nicht transparent) oder dem transparenten PETG. 

Bei Massenprodukten, die spritzgusstechnisch hergestellt werden, finden auch ABS, PS, POM und andere Verwendung. Diese Materialien sind ebenfalls schlagzäh und zeichnen sich durch eine gute Reißdehnung aus und können ohne Bedenken eingesetzt werden. Nur POM und PA sollten nicht mit Ozon in Berührung kommen, sie zerfallen. 

Abkürzung Name Reißdehnung in %
Styrol-Acrylnitril-Copolymerisat 2-6
Polymethylmethacrylat, "Plexiglas" 3,5-5
Polystyrol 4-25
Polycarbonat, "Macrolon" 12-60
Acrylnitril-Butadien-Styrol 15-30
Polyvinylchlorid, hart (ohne Weichmacher) 15-40
Polyacetal 45-75
Polyamid 40-150
Polyethylen mit hohem Molekulargewicht 500-800
Polyethylen mit niedrigem Molekulargewicht 500-650
Polypropylen 500-1000

Reißdehnung einiger Kunststoffe bei Raumtemperatur. Quellen: FH-Frankfurt-Verfahrenstechnik (http://www.fbv.fh-frankfurt.de); Goldmann (http://www.gold-mann.de); http://chemie.fb2.fh-frankfurt.de/KUT/211KENNWE.htm

Wichtig bei allen Konstruktionen ist, das die Werkstücke ordentlich und fachmännisch verarbeitet worden sind. Wenn ein Abschäumer beim Auspacken schon auseinander fällt, ist die erste Kauf- oder Schenkfreude schon vorbei.


Wartungsfreundlichkeit

Der Punkt Wartung ist bei allen Geräten ein leicht übersehener Faktor. Nur Geräte die leicht gewartet werden können, werden auch gewartet. Kompliziert zu reinigende Anlage werden oft vernachlässigt, verdrecken und lassen stark in ihrer Leistung nach. Die Leittragenden sind immer die Aquariumtiere.

Grundsätzlich sollte der Abschäumer dunkel stehen, damit Licht die Rohre nicht all zu schnell veralgen lässt. Sollte es platztechnisch nicht anders gehen, sollten hell stehende Abschäumer mit dunkler Folie umwickelt werden. An alle wichtigen Komponenten sollte man leicht herankommen und den Abschäumer nicht so zu verbauen, dass die Wartung zur Qual wird. 



Grobe Trapez-, Flach- oder Sägezahngewinde verbinden einfach und sicher Hauptteile des Abschäumers
Der Flotattopf sollte einfach mit dem Hauptrohr verbunden sein. Systeme, die nur mit vielen Schrauben zu trennen sind, haben sich nicht bewährt. Ebenfalls ungeeignet sind labile Bajonettverschlüsse (der Haltedorn kann leicht abbrechen) und Steckanschlüsse, die schnell durch Dreck und Salzkrusten mit dem Hauptrohr eine fest Verbindung eingehen. Große Gewinde, insbesondere die verschmutzungunempfindlichen Trapezgewinde, die mit 1-2 Drehungen gelöst werden, haben sich gewährt. Damit kein Wasser an der Verbindungsstelle austreten kann, sind O-Ringe oder Flachdichtung eine brauchbare Lösung. Bei Gewinden - aber auch bei anderen Verbindungen - sollte immer für einen ausreichende Schmierung gesorgt werden (Silikonfett oder Vaseline sind im Meerwasser absolut unbedenklich einzusetzen). Andernfalls können bei längerer Nichtbenutzung die Kunststoffteile leicht aneinander kleben bleiben.

Die Zulaufpumpe sollte grundsätzlich immer mit Kugelhähne vom Abschäumer trennbar sein, damit auch sie einfach ohne riesige Wasserüberschwemmung gewartet werden kann. Gerade Pumpen in Steinkorallenaquarien (hoher Kalkgehalt) verkalken öfter und müssen gereinigt werden. 

Injektoren sollten ebenfalls vom Abschäumer trennbar sein (Verschraubungen, Flansche). Gute Injektoren verkalken nicht und versalzen auch nicht so leicht. Ein guter Injektor muss eine bestimmte Länge haben, um die richtige Geometrie im Innern aufzuweisen. Zu kurze Injektoren verkalken und müssen oft aufwendig mit Säure gereinigt werden. 

Holzausströmer müssen regelmäßig gewechselt werden, um eine gute Abschäumleistung zu erzielen. Immer wieder hört man von "erfahrenden" Aquarianern, dass ihre Ausströmer 6 Monate oder länger halten. Holz ist ein Naturprodukt und fängt an, im Meerwasser zu verrotten. Außerdem wird die Oberfläche mit Schmutzstoffen und Bakterien regelrecht zugekittet. Die Folge sind weniger und größere Luftblasen, die das Abschäumverhalten negativ beeinflussen. Wenn Holzausströmer alle 2-6 Wochen gewechselt werden, sind sie für Kleinabschäumer die beste Alternative. Aufgrund der hohen Wechselrate sollte der Zugang zu den Holzausströmern leicht erreichbar sein. Oft müssen lange Rohre oder Schläuche aus dem gesamten Abschäumer herausgezogen werden, um den Ausströmer wechseln zu können. Sehr praktisch sind außerhalb des eigentlichen Abschäumers befindliche Begasungsmodule, die ein einfaches Wechseln der Steine ermöglichen. - Keramikausströmer haben i.A. ein schlechteres Blasenbild und damit eine schlechtere Abschäumleistung. Aquarianer, für die das Wechseln der Ausströmer eine lästige Arbeit darstellt, sollten sich keine Modelle mit Ausströmern zulegen.  

Dispergatoren sind sehr oft extrem verschleißempfindlich und damit in den laufenden Kosten sehr teuer. Die modifizierten Pumpenläufer sind meist teuer und können unter Umständen nur wenige Wochen halten. Die Achsen  bzw. Achsenführungen haben einen hohen Verschleiß, so dass der Rotor nicht mehr rund läuft. Besonders dramatisch ist der Verschleiß nach dem Abschalten der Pumpe oder nach einem Stromausfall; dann laufen nämlich abgenutzte Rotoren u.U. nicht mehr selbsttätig an. Wird das nicht bemerkt läuft das Aquariumsystem ohne Abschäumung - oft eine Katastrophe. 

Fallströmabschäumer sollten auf jeden Fall dunkel stehen, weil die langen Rohre schlecht zu reinigen sind. Auch sollte das hereinfließende Wasser frei von groben Stoffen (insbesondere fädige Stoffe wie Fadenalgen) sein, weil diese sich in den Füllkörpern verfangen und damit die Rieselsäule langsam zusetzen können. 



Tabellarische Übersicht

Vorteile Nachteile 
preiswerter;
passen unter das Aquarium;
leichter sauber zu machen;
geringerer Energieverbrauch;
passen in den Filtersumpf und müssen deswegen nicht extra gegen Überlaufen geschützt werden;
geringere Effektivität;
frische Ausströmer haben extrem gutes Blasenbild; es wird eine Luftpumpe benötigt;
Ausströmer müssen regelmäßig gewechselt werden;
bei guter Konstruktion wartungsfrei; es wird eine stärkere Wasserförderpumpe benötigt;
energiesparend; hohe laufende Kosten (Ersatzteile);
störende Laufgeräusche;
bei Filteranlagen, die mehrere Meter unter dem Aquarium stehen (Keller) kann der freie Fall zur Blasenerzeugen genutzt werden; hohe Bauhöhe unbedingt erforderlich;
schwerer zu reinigen
sieht sehr gut aus (wenn es ordentlich arbeitet ist); bruchempfindlich;
kratzempfindlich;
Reparaturen können nicht selber vorgenommen werden;
nicht so bruchempfindlich;
gibt es als grau und transparent (z.T. sogar Sonderfarben);
Reparaturen können selber durchgeführt werden;
transparente Rohre sind nicht kristallklar sondern leicht trüb;