Wasserparameter

Parameter im Meerwasseraquarium - eine Übersicht


Welche Wasserwerte (Parameter) im Meerwasseraquarium sind wichtig? Dieser Beitrag listet die Wichtigsten auf, gibt Grenzwerte an und gibt die Ursachen von zu hohen oder zu niedrigen Werte an.

Die meisten Werte können mit der passenden Technik oder Additiven in den optimalen Bereich verschoben werden.


Was tun, wenn ein Wert nicht stimmt?

Wenn ein Messwert weit unterhalb oder oberhalb des Optimums liegt, kann das mehrere Ursachen haben.

  • Es wurde nicht sauber oder korrekt beim Messen gearbeitet:
    • wiederholen Sie den Test und ziehen ggf. die Bedienungsanleitung zu Rate
  • Der Test ist nicht mehr funktionsfähig und zeigt falsche Werte an:
    • testen Sie mit einem Standard (eine Lösung mit definierter Konzentration des zu untersuchenden Stoffs) den Test
    • besorgen Sie einen neuen Test; eventuell eine andere Marke
  • Der Test ist nicht für Meerwasser geeignet:
    • nur wenn explizit auf dem Test die Meerwassereignung steht, kann davon ausgegangen werden, dass er wirklich für Meerwasser zu gebrauchen ist
  • Lassen Sie in einem professionellen Labor die Werte überprüfen
  • Führen Sie ein Messprotokoll. Nur so können langsame Veränderungen sicher erkannt werden. Eine grafische Auswertung mit einem Office-Programm (z.B. Excel) hilft sehr, Messausreißer von einem Trend zu unterscheiden.

Der optimale Bereich für einige Parameter

Bevor Sie einen Wert aktiv ändern: erst überlegen, ob der Messwert stimmen kann und ob eine Änderung wirklich nötigt ist. Jede Änderung sollte nur langsam erfolgen - außer bei akuter Vergiftungsgefahr. Die aufgeführten Methoden zur Änderung des Wertes sind als Empfehlungen zu verstehen und müssen nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung führen. Die Anleitungen - insbesondere die Sicherheitshinweise - der empfohlenen Produkte müssen auf jeden Fall eingehalten werden.
 Alle Arten von Chemikalien und Messreagenzien haben nichts in der Nähe von Kindern zu suchen! Die empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen müssen auf jeden Fall eingehalten werden.

Kurzübersicht

Parameter Abkürzung Min Bereich Max
Ammonium + Ammoniak NH4+ + NH3 (NHx) -  0,1 mg/l
Calcium  Ca2+  400 mg/l 450 mg/l
Dichte bei 25°C   \rho (Rho)  1,022 kg/l  1,024 kg/l
elektrische Leitfähigkeit bei 25°C LF, κ (Kappa)
 50 mS/cm  52 mS/cm
Eisen Fe  0,01 mg/l  0,1 mg/l
Gelbstoffe  -  -  sichtbar gelbliches Wasser
Iod I  0,02 mg/l
0,06 mg/l
Karbonathärte KH 7°dKH 12°dKH
Magnesium Mg 1200 mg/l 1500 mg/l
Nitrat  NO3-  5 mg/l 20 mg/l
Nitrit  NO2-  -  0,1 mg/l
pH-Wert - 8,0  8,5
tägliche pH-Wert-Schwankungen
Δ-pH-Wert - 0,3
Phosphat PO43- 0,05 mg/l 0,2 mg/l
Redoxpotential E 250 mV 350 mV
Salinität / Salzgehalt S 33 g/kg 37 g/kg
Sauerstoff O2  90% -
Strontium  Sr2+  8 mg/l  10 mg/l
Temperatur T 22°C  27°C (30°C)

Ammonium / Ammoniak

anzustrebender Bereich 0                                 0,1 mg/l
Quellen Ammoniak wird als Abfallprodukt durch die Fischkiemen ausgeschieden. Je höher der Besatz ist und je mehr gefüttert wird, desto höher ist die Ammoniakausscheidung der Tiere.
Senken Ammoniak wird in einem funktionierenden Aquarium (nach der Einfahrphase) sofort über Nitrit zum relativ ungiftigen Nitrat durch die nitrifizierenden Bakterien oxidiert und damit unschädlich gemacht.
Sofortmaßnahme:
  • großer Wasserwechsel, ca. 50%
  • Ammoniakentgifter: z.B. Toxic-Ex
  • langsame pH-Senkung von 0,5 Stufen
Besonderheiten Ammonium und Ammoniak liegen in einem pH-Wert-, Temperatur- und Salzgehalt-abhängigem Gleichgewicht. Auf Grund des relativ hohen pH-Wertes in der Meerwasseraquaristik liegt das Gleichgewicht weit auf der Seite des giftigen Ammoniaks. Deswegen sollte Ammonium/Ammoniak mit herkömmlichen Tests nicht nachweisbar sein.
weitergehende Informationen
Veröffentlichung Nr. 59. Stickstofftrilogie: Ammoniak - ein starkes Fischgift

zur Berechnung des giftigen Anteils vom gemessenen Ammonium/Ammoniak

 

Calcium

anzustrebender Bereich 400 mg/l                     450 mg/l

Quellen

Das natürliche Riff wird mit Calcium durch Strömungen aus der Tiefsee versorgt. Im Aquarium kann die Zufuhr nur durch folgende Methoden gewährleistet werden:

Senken
  • Aufnahme durch kalkbildende Organismen wie Korallen, insbesondere Steinkorallen
  • natürliche Fällreaktionen, bei der festes Calciumcarbonat und Gibs gebildet werden (je höher der pH-Wert, desto größer ist der Verlust durch Fällung); diese werden abgeschäumt oder lagern sich im Porenraum des Bodens ab
  • zu geringe Magnesiumkonzentration, die die oben genannte Fällreaktionen begünstigen
Besonderheiten Der Calciumbedarf der Aquarien ist extrem unterschiedlich. Fischaquarien und Becken mit Weich- und Lederkorallen benötigen nur wenig Calcium, dass einfach nachdosiert werden kann. Steinkorallenaquarien hingegen können gewaltige Menge an Calcium verbrauchen, so dass der Einsatz eines Kalkreaktors sinnvoll ist.
weitergehende Informationen Info: Gesamthärte / Karbonathärte / Magnesium / Karbonathärte / Säurekapazität - eine Übersicht
Info: Methoden zur Erhöhung von Calcium und Karbonathärte im Meerwasseraquarium
Info: Methoden zur Kalkwasserdosierung
Info: Zusätzliche Anwendungsmöglichkeit des KWR (Natriumhydrogencarbonatreaktor)
Info: Einsatz von Pflegeprodukten: wie viel Chemie muss sein
Veröffentlichung Nr. 51. Calcium- und Karbonathärteversorgung in einem großen Hobbyaquarium
Veröffentlichung Nr. 47. Die Calciumversorgung im Meerwasseraquarium
Veröffentlichung Nr. 46. Karbonathärteversorgung in der Meerwasseraquaristik

Dichte / Salzgehalt / Elektrische Leitfähigkeit

anzustrebender Bereich 1,022 kg/l                  1,024 kg/l
33 g/kg (Promill)    37 g/kg (Promill)
50 µS/cm                   52 µS/cm

Quellen
  • Zufuhr von Salzen über Wasserwechsel mit zu hohem Salzgehalt
  • einen Teil des verdunsteten Wassers mit Meerwasser ersetzen
  • Additive, Futter
Senken
  • Salzkrusten
  • Lecks
  • falsch eingestellter Abschäumer
  • Wasserwechsel mit Meerwasser durchführen, dass einen geringeren Salzgehalt aufweist
Besonderheiten

Den Salzgehalt kann man im Aquarium mit unterschiedlichen Verfahren messen:

  • Bestimmung der elektrische Leitfähigkeit (in mS/cm) mit einen Leitfähigkeitsmessgerät; einige Geräte können den Salzgehalt direkt umrechnen in g/kg bzw. Promill
  • Bestimmung des Brechungsindexes mit einem Refraktometer (die Dichte oder der Salzgehalt in Promill werden angezeigt)
  • Bestimmung der Dichte mit einem Araeometer ("Spindel") in kg/l

Die meisten in tropischen Aquarien gehaltenen Organismen sind im natürlichen Biotop einen konstanten Salzgehalt gewohnt. Auch im Aquarium sollte der Salzgehalt nicht stark schwanken und Veränderungen sollten nur langsam durchgeführt werden. Auch Tiere aus z.B. dem Roten Meer, dass einen Salzgehalt von teilweise über 39 g/kg (Promill) aufweist und am Rande des oberen Limits liegt, können ohne weiteres bei 35 g/kg gehalten werden.

weitergehende Informationen Info: Zusammensetzung des Meerwassers (Tabelle)
Info: Salzkrusten und Kalkablagerungen
Info: Wasserwechsel - Nachfüllen
Veröffentlichung Nr. 39. Die elektrische Leitfähigkeitsmessung - Prinzip und praktischer Einsatz

 

Eisen

anzustrebender Bereich 0,01 mg/l                     0,1 mg/l

Quellen
  • Dosierung von Eisen-Additiven
  • defekte eisenhaltige Geräte, z.B. Pumpenläufer, deren Isolierung zerstört ist
Senken
  • biologischer Verbrauch durch Niedere Tiere, Mikroorganismen, Algen
  • Fällreaktionen
Besonderheiten Eisen ist ein wichtiges Element, dass von allen Organismen benötigt wird (Spurenelement). Die in aeroben Biotopen (z.B. Aquarium) benötigte Form ist das Eisen-II. Aber gerade bei Vorhandensein von Sauerstoff wird Eisen-II zum Eisen-III oxidiert und ist damit nicht mehr bioverfügbar, also unbrauchbar. Beim regelmäßigen Nachdosieren ist es wichtig, dass ein Produkt verwendet wird, dass durch Chelatoren vor Oxidation geschützt ist.
weitergehende Informationen Info: Chelatoren in Spurenelementlösungen: sinnvoll oder schädlich?
Info: Einsatz von Pflegeprodukten: wie viel Chemie muss sein
Info: Materialien in der Meerwasseraquaristik

 

Gelbstoffe

anzustrebender Bereich                        sichtbar gelblich

Quellen
  • durch Bakterien nicht vollständig abgebaute organische Stoffe
Senken
Besonderheiten Gelbstoffe ist eine Gruppe von Stoffen, z.B. Huminstoffe, die sich durch einen nicht vollständige biologischen Abbau von organischen Verbindungen bilden können. Die Folge ist ein gelblich verfärbtes Wasser, das zum einen unschön aussieht und zum anderen die Beleuchtung absorbiert und somit den Niederen Tieren weniger Beleuchtung zur Verfügung stellt. Insbesondere während der Einfahrzeit können Gelbstoffe verstärkt auftreten.
weitergehende Informationen  

 

Iod / Iodid

anzustrebender Bereich 0,05 mg/l                    0,08 mg/l

Quellen
  • Versorgung durch Iod-Additive
Senken
  • Adsorption, z.B. durch Aktivkohle
  • Verbrauch der Organismen
Besonderheiten Iod ist ein wichtiges Spurenelemente, das Wirbeltiere für die Produktion des Hormons Thyroxin benötigen. Auch Krebstiere können ohne Iod ihre Häutung nicht oder nur unvollständig durchführen. Es kommt molekular (Iod) und geladen als Ion (Iodid) vor. Die weitaus wirksamere Form ist das Iod, das allerdings bei geringer Überdosierung bereits aufgrund der desinfizierenden Wirkung schädigend wirken kann. Die Iodid-Form wirkt langsamer und kann auch bei leichter Überdosierung keine Schäden hervorrufen.
weitergehende Informationen Info: Einsatz von Pflegeprodukten: wie viel Chemie muss sein

 

Karbonathärte / Alkalinität / Säurekapazität / Säurebindungsvermögen / Pufferkapazität

anzustrebender Bereich 7°dKH                         12°dKH
2,5 mmol/l              4,3 mmol/l

Quellen
Senken
  • Aufnahme durch kalkbildende Organismen wie Korallen, insbesondere Steinkorallen
  • natürliche Fällreaktion, bei der festes Calciumcarbonat gebildet wird (je höher der pH-Wert, desto größer ist der Verlust durch Fällung); diese werden abgeschäumt oder lagern sich im Porenraum des Bodens ab
Besonderheiten Eines der schwierigsten chemischen Themen in der Aquaristik; gerade zu dieser Problematik wird leider sehr viel Unsinn veröffentlicht. Die Begriffe Karbonathärte / Alkalinität / Säurekapazität / Säurebindungsvermögen / Pufferkapazität sagen im Prinzip alle das Gleiche aus - nur die Skalen unterscheiden sich. Wir benutzen den Begriff Karbonathärte, weil die Aquarientest im europäischen Raum normalerweise diese Bezeichnung verwenden. Im amerikanischen Raum wird zu meist der Begriff der Alkalinität benutzt.
Wichtig zu wissen ist, je höher die Karbonathärte ist, desto stabiler bleibt der pH-Wert.
weitergehende Informationen Info: Gesamthärte / Karbonathärte / Magnesium / Karbonathärte / Säurekapazität - eine Übersicht
Info: Methoden zur Erhöhung von Calcium und Karbonathärte im Meerwasseraquarium
Info: Methoden zur Kalkwasserdosierung
Info: Zusätzliche Anwendungsmöglichkeit des KWR (Natriumhydrogencarbonatreaktor)
Info: Einsatz von Pflegeprodukten: wie viel Chemie muss sein
Veröffentlichung Nr. 51. Calcium- und Karbonathärteversorgung in einem großen Hobbyaquarium
Veröffentlichung Nr.
47. Die Calciumversorgung im Meerwasseraquarium
Veröffentlichung Nr.
46. Karbonathärteversorgung in der Meerwasseraquaristik

 

Keimdruck / Parasiten

anzustrebender Bereich niedrig                                      

Quellen
  • schlechte Wasserqualität
  • übermäßige Fütterung
  • minderwertiges Futter
  • neue Aquarienbewohner, die nicht der Quarantäneprozedur unterzogen wurden
Senken
  • UV-Bestrahlung
  • Ozoneinsatz
  • Antibiotika (sollten nur in absoluten Ausnahmefällen eingesetzt werden)
  • gutes Wachstum von Korallen
  • gute Wasserströmung
  • gute Kreislaufströmung
Besonderheiten

Unter Keimdruck versteht man die Summe aller Bakterien, Viren, Pilze und anderer potentiell krankheitserregender Stadien. Je höher die Keimkonzentration ist, desto wahrscheinlicher ist das Ausbrechen von Krankheiten. Im Aquarium ist die Anzahl der Keim normalerweise höher als im unbelasteten Riff.
Im Aquarium (auch im Riff) finden sich immer potentiell krankheitserregende Keime. Ob eine Krankheit ausbricht oder nicht, hängt von sehr vielen Umständen ab, von denen die meisten vom Aquarianer positiv beeinflusst werden können:

  • Anzahl der Keime
  • Art der Keime (oft gibt es beim gleichen Krankheitserreger unterschiedliche Fähigkeit, die Krankheit auszulösen)
  • Stress jeglicher Art:
    • Hunger
    • sozialer Stress (zu viele Fische, schlechte Zusammensetzung der Fischarten, keine Versteckmöglichkeiten)
    • schlechte oder stark schwankende chemische Wasserwerte
    • schlechte körperliche Kondition der Tiere
    • schlechtes Immunsystem der Tiere
    • mechanische Verletzungen

Wenn ein System durch extrem hartnäckige und aggressive Erreger befallen ist, kann es notwendig sein ein komplette Desinfektion der Systeme mit einem geeigneten Desinfektionsmittel durchzuführen.
weitergehende Informationen  

 

Licht

anzustrebender Bereich

zu dunkel                       zu hell

Quellen
  • natürliches Licht (es sollte die Möglichkeit bestehen, die natürliche Lichtquelle abschatten zu können)
  • künstliches Licht:
    • T8 Leuchtstoffleuchten
    • T5 Leuchtstoffleuchten
    • HQI-Leuchten
    • LED-Leuchten (Leuchtdioden)
    • Plasma-Leuchten
Alle anderen Beleuchtungsmöglichkeiten sollten nicht verwendet werden.
Senken
  • zu alte Lichtquelle (Austauschintervall einhalten!)
  • Gelbstoffe im Wasser
  • verschmutzte Lichtquelle
  • Abdeckscheiben über dem Aquarium
  • Leuchte zu hoch über dem Aquarium aufgehängt
  • ungünstiger Abstrahlwinkel (falscher Reflektor)
  • schlechte Linsen bei LEDs
Besonderheiten Das richtige Licht ist ein komplexes Kapitel für sich. Kurz gesagt müssen Lichtstärke, Spektrum (Lichtzusammensetzung) und Dauer stimmen. Die Beleuchtung hat nicht nur die Aufgabe, die Tiere für den Betrachter zu beleuchten, sondern ist für die meisten Korallen und alle Algen für das Überleben notwendig. Ohne ausreichende und richtige Beleuchtung ist keine Riffaquaristik möglich. 
weitergehende Informationen   Veröffentlichung Nr. 33. Was ist Licht?

 

Magnesium

anzustrebender Bereich

1200 mg/l                 1500 mgl/l

Quellen
Senken
  • Fällreaktionen
  • Verbrauch von Tieren und Algen, insbesondere Gorgonien und Kalkrotalgen haben einen erhöhten Bedarf
Besonderheiten Magnesium ist ein Mineral, dass chemisch sehr ähnlich dem Calcium ist, aber weniger stark verbraucht wird. Mit einem regelmäßigen Wasserwechsel wird die Magnesiumkonzentration im optimalen Bereich gehalten. Nur in wenigen Aquarien gibt es einen Magnesiummangel. Wenn dieser allerdings vorhanden ist, hat das Auswirkungen auf die Calciumkonzentration. Bei unzureichender Magnesiumkonzentration kann Calcium nicht im Wasser im ausreichendem Maße längerfristig gelöst werden.
weitergehende Informationen Info: Gesamthärte / Karbonathärte / Magnesium / Karbonathärte / Säurekapazität - eine Übersicht
Info: Einsatz von Pflegeprodukten: wie viel Chemie muss sein

 

Nitrat

anzustrebender Bereich

     5 mg/l                          20 mgl/l
ultra-niedriger Bereich ultra-hoher Bereich

Quellen
  • nitrathaltiges Frischwasser für Wasserwechsel und zum Nachfüllen des verdunsteten Wassers
  • nitrathaltiges Meersalz
  • Futter, Plankton und organische Additive
Senken
  • Umkehrosmoseanlagen, um nitratfreies Frischwasser zu produzieren
  • Wasserwechsel
  • effektiver Abschäumer
  • Assimilation durch Algen und Niedere Tiere
  • passive Denitrifikation: Lebende Steine, Deep Sand Bed, Jaubert-System, Schlammfiltersystem, Life Sand System
  • aktive Denitrifikation: autotrophe (Schwefel-Nitratfilter) und heterotrophe Systeme
  • unkontrollierte Denitrifikation: "Nitratkiller"
Besonderheiten Nitrat ist das Stoffwechselendprodukt, dass bei der Oxidation von Ammoniak entsteht. Die Konzentration sollte im Aquarium nicht zu niedrig sein, um Mangelerscheinungen an niederen Tieren zu verhindern. Zu viel dieser Verbindung kann das Wachstum von Cyanobakterien und Algen verursachen.
weitergehende Informationen Info: Umkehrosmosetechnik für die Aquaristik
Info: Denitrifikation - eine Übersicht der Verfahren
Info: Nitrat - muss ein Filter her?
Veröffentlichung Nr. 61. Stickstofftrilogie: Nitratentfernung - eine Übersicht

 

Nitrit

anzustrebender Bereich

                                   0,1 mgl/l

Quellen
  •  unvollständig ablaufende Nitrifikation
Senken
  • Wasserwechsel
  • effektiver Abschäumer
  • Assimilation durch Algen und Niedere Tiere
  • passive Denitrifikation: Lebende Steine, Deep Sand Bed, Jaubert-System, Schlammfiltersystem, Life Sand System
  • aktive Denitrifikation: autotrophe (Schwefel-Nitratfilter) und heterotrophe Systeme
  • unkontrollierte Denitrifikation: "Nitratkiller"
Besonderheiten Nitrit ist ein Stoffwechselzwischenprodukt, dass bei der Oxidation von Ammoniak entsteht. In zu hohen Konzentrationen führt es zur Blockierung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und zur Bildung von krebserregenden Nitrosaminen. Die Giftigkeit hängt stark vom pH-Wert des Aquariumwasser ab: je saurer das Wasser (=niedriger der pH-Wert) desto giftiger wirkt es. Im Meerwasserbereich besteht wegen des hohen pH-Wertes normalerweise keine Vergiftungsgefahr - Konzentrationen bis ca. 10 mg/l können von den meisten Tieren verkraftet werden. Konzentrationen über 0,1 mg/l sind ein Zeichen, dass die Nitrifikation (Ammoniak-Oxidation) nicht richtig abläuft.
weitergehende Informationen Info: Denitrifikation - eine Übersicht der Verfahren
Info: Nitrat - muss ein Filter her?
Veröffentlichung Nr. 60. Stickstofftrilogie: Nitrit - ein giftiges Zwischenprodukt

 

pH-Wert / Δ-pH-Wert

anzustrebender Bereich

                8,0                                        8,5
pH-Wert:

                                                             0,3
Δ-pH-Wert:     

pH-Wert-Erhöhung
  • Dosierung von pH-Wert-erhöhenden bzw. Karbonathärte-erhöhende Additiven
  • der Verbrauch von Kohlendioxid durch lichtabhängige Tiere und Pflanzen (auch durch wachstumsverbessernde Maßnahmen für lichtabhängige Tiere wird mehr Kohlendioxid verbraucht)
  • Algenfilter (wird der Algenfilter nachts betrieben, werden die täglichen pH-Wertschwankungen erniedrigt)
  • Einsatz eines heterotrophen Nitratfilters
  • Kalkwassermethode
pH-Wert-Senkung
  • Dosierung von pH-Wert-senkenen Additiven
  • falsche Einstellung eines Kalkreaktors oder Kohlendioxidreaktors
  • Ausfall der Neutralisierungsstufe eines Kalkreaktors
  • Schwefel-Nitratfilter
  • Ausfall der Neutralisierungsstufe eines Schwefel-Nitratfilters
  • Ausfall des Abschäumers
Besonderheiten Der pH-Wert ist ein Maß dafür, ob das Wasser sauer oder alkalisch (=basisch) wirkt. Die täglichen Schwankungen des pH-Wertes nennt man Δ-pH-Wert. Damit Fische keine Schäden davontragen, sollte der pH-Wert so konstant wie möglich gehalten werden, bzw. der Δ-pH-Wert so niedrig wie möglich. Die beste Stabilität wird mit einer hohen Karbonathärte, die als Puffer wirkt, erreicht. Der Eintrag von Kohlensäure (lösen von Kohlendioxid) und das Fehlen einer guten Belüftung (z.B. Abschäumer) führen zum Abfallen des pH-Wertes, der Austrag (z.B. durch Photosynthese der Korallen und Algen aber auch durch Abschäumer) zum Anheben des pH-Werts.
weitergehende Informationen Info: Gesamthärte / Karbonathärte / Magnesium / Karbonathärte / Säurekapazität - eine Übersicht
Info: Methoden zur Erhöhung von Calcium und Karbonathärte im Meerwasseraquarium
Info: Methoden zur Kalkwasserdosierung
Info: Zusätzliche Anwendungsmöglichkeit des KWR (Natriumhydrogencarbonatreaktor)
Veröffentlichung Nr. 66. Kolorimetrische und ionenselektive Messverfahren für die Aquaristik
Veröffentlichung Nr. 26. Die pH-Wert-Messung in ionenarmen Wässern (Weichwasser / Zuchtwasser)
Veröffentlichung Nr. 31. Der pH-Wert und seine Messverfahren

 

Phosphat

anzustrebender Bereich

     0,05 mg/l                    0,2 mgl/l
ultra-niedriger Bereich ultra-hoher Bereich

Quellen
  • phosphathaltiges Frischwasser für Wasserwechsel und zum Nachfüllen des verdunsteten Wassers
  • phosphathaltiges Meersalz
  • Futter, Plankton und organische Additive
  • Schläuche aus Weich-PVC (z.B. einige "Luftschläuche")
  • Korallenbruch schlechter Qualität im Kalkreaktor
  • Additive mit schlechter Qualität
  • Aktivkohle mit schlechter Qualität
Senken
Besonderheiten Phosphat ist ein Abbauprodukt von organischen Verbindungen und ist in niedrigen Konzentrationen unabdingbar (essentiell). In zu hohen Konzentration insbesondere mit hohen Nitrat-Konzentrationen fördert es Algenwachstum und verhindert die Calcifizierung (Skelettbildung) bei Steinkorallen. 
weitergehende Informationen Info: Phosphat im Meerwasseraquarium
Info: Fütterung von Meerwassertieren

 

Redoxpotential / ORP

anzustrebender Bereich

250 mV                        350 mV

Redox-Erhöhung
Redox-Senkung
  • Zufuhr von organischen Stoffen, auch organische Additive gehören dazu
  • Ausfall des Filtersystems inkl. Abschäumer
  • verdichteter Bodengrund
  • zugesetzter Biofilter
Besonderheiten Das Redoxpotential ist ein Maß dafür, ob das Wasser mehr reduzierende oder oxidierende Eigenschaften besitzt. Grob betrachtet zeigen niedrige Redoxpotentiale schlechte Wasserqualität und hohe Redoxwerte gute Wasserqualität an.  Die Redoxmessung ist sehr ungenau; deswegen sind nur die Tendenzen aussagekräftig: steigt der Wert oder bleibt er gleich ist o.k., sinkt der Wert ist Vorsicht geboten und die Wasserqualität sollte verbessert werden. 
Wichtig! Der Redoxwert sollte immer zur gleichen Tageszeit abgelesen werden, um die pH-Wertschankungen, die auch das Redox-Potential verändern, zu kompensieren.

Die Funktion von Nitratfiltern (Denitrifikationsfiltern) kann mit Hilfe des Redoxpotential überwacht werden. In diesen Filtern läuft die gewünschte Reaktion nur bei negativen Redoxwerten von ca. -50 bis -300 mV ab.
weitergehende Informationen  

 

Sauerstoff

anzustrebender Bereich

90%                                          

Quellen
  • besserer Abschäumer
  • Ozoneinsatz bei der Abschäumung
  • Mulm absaugen
  • bessere Filterung
  • mehr Wasserströmung
  • mehr Kreislaufförderung
  • mehr zooxanthellate Niedere Tiere, Algen
  • Algenfilter
  • bessere Beleuchtung
Senken
  • Zufuhr von organischen Stoffen, auch organische Additive gehören dazu
  • Einsatz von "Nitratkillern" (unkontrollierte Denitrifikation)
  • Ausfall des Filtersystems inkl. Abschäumer
  • verdichteter Bodengrund
  • zugesetzter Biofilter
Besonderheiten Die Sauerstoffkonzentration wird im Aquarium meist vernachlässigt. Gerade Meerwassertiere sind sehr empfindliche gegenüber Sauerstoffmangel. Sauerstoff kann mit Sauerstoffreaktoren oder einfacher durch Abschäumer in das Wasser gebracht werden. 
weitergehende Informationen  

 

Spurenelemente

anzustrebender Bereich

zu niedrig                     zu hoch

Quellen
Senken
Besonderheiten Eine Vielzahl von Elementen, die in hohen Konzentrationen giftig wirken, in niedrigen Konzentrationen jedoch für ALLE Lebewesen unabdingbar sind. Mit aquaristischen Mitteln sind Spurenelemente nicht messbar (man muss sich auf Herstellerangabe verlassen oder eine Analyse im Fachlabor durchführen lassen). Man kann bei Zudosierung von Spurenelementen nur die Wirkung an den Tieren bemerken. Spurenelementlösungen dürfen den Abschäumer nicht zum Überschäumen bringen. Ebenso sollten keine Lösungen benutzt werden, in denen sich schon ein Bodensatz gebildet hat. 
weitergehende Informationen Info: Zusammensetzung des Meerwassers (Tabelle)
Info: Chelatoren in Spurenelementlösungen: sinnvoll oder schädlich?
Info: Einsatz von Pflegeprodukten: wie viel Chemie muss sein

Strömung

anzustrebender Bereich

tierspezifisch extrem unterschiedlich

Quellen
  • interne Strömungspumpe: "Turbellen", Propellerpumpen, oder andere
  • externe Strömungspumpe: Closed Loop mit Energiesparpumpen
  • Wellenmaschine
  • Airlift
Senken
  • dichter Riffaufbau
  • viel große Niedere Tiere
  • verschmutzte Ansaugkörbe der Strömungspumpen
  • zu geringer Verrohrungsdurchmesser bei Closed Loop Systemen
  • ungünstige Aquariengeometrie
Besonderheiten Die Strömung im Aquarium ist essentiell (lebenswichtig) für Niedere Tiere. Ohne Strömung werden sie schlechter mit Nährstoffen versorgt und die Abfallstoffe werden schwieriger abgegeben. Fische sind bei starker Strömung in einem besseren Zustand, weil sie sich ständig bewegen müssen, um der Strömung zu widerstehen. Im modernen Korallenriffaquarium sollte die Strömung mittels Strömungspumpen mindestens 10mal das Aquariumvolumen pro Stunde betragen. Es sollte auch beachtet werden, dass hinter den Riffaufbauten genügend Strömung erzeugt wird, damit sich keine Dreckecken bilden können. Tiere, die nicht aus den Riffen stammen, z.B. Seepferdchen, müssen nach ihren Bedürfnissen mit Strömung versorgt werden. Wieviel Strömung ein Tier benötigt, hängt sehr stark von der Art ab.
weitergehende Informationen  

 

Strontium

anzustrebender Bereich

8 mg/l                           10 mg/l

Quellen
  • Dosierung von flüssigen oder pulverförmigen Strontium-Additiven
Senken
  • natürliche Ausfällungen
  • Verbrauch durch Steinkorallen
Besonderheiten Strontium fördert das Wachstum von Steinkorallen, scheint aber nicht unbedingt lebensnotwendig zu sein. In zu hohen Konzentrationen wirkt Strontium giftig.
weitergehende Informationen Info: Einsatz von Pflegeprodukten: wie viel Chemie muss sein

 

Schwefel

anzustrebender Bereich

Schwefelwasserstoff:
               Wahrnehmungsgrenze

Quellen
  • Überlastung des gesamten Filtersystems mit organischen Stoffen
  • verdichteter Bodengrund mit hohem organischen Anteil
  • unsachgemäßer Einsatz von "Nitratkillern"
  • nicht richtig eingestellte Nitratfilter
Senken
  • Abschäumer, insbesondere mit Ozoneintrag
  • Wasserströmung
  • gut durchlüfteter Rieselfilter
  • Entfernung von Feinsedimenten aus verdichteten Bodenschichten
Besonderheiten Schwefel kommt im Meerwasser als Sulfat in hohen Konzentrationen vor. Erst wenn Sulfat unter anoxischen Bedingungen zu Schwefelwasserstoff reduziert wird, besteht Vergiftungsgefahr.
Der elementare Schwefel in Schwefel-Nitratfiltern ist wasserunlöslich und birgt nur bei extremer Falscheinstellung des Filters Gefahren. Wird das Ablaufwasser eines Nitratfilters in den Zulauf des Abschäumers dosiert, kann selbst bei Schwefelwasserstoffproduktion (Desulfurikation) im Nitratfilter das Aquariumwasser nicht beeinträchtigt werden, weil der Schwefelwasserstoff im Abschäumer sofort wieder oxidiert wird. Ozoneinsatz verstärkt die oxidierende Wirkung des Abschäumers.
weitergehende Informationen Info: Denitrifikation - eine Übersicht der Verfahren
Info: Nitrat - muss ein Filter her?
Veröffentlichung Nr. 11. Wie kann der überflüssige Stickstoff aus dem Aquarium entfernt werden?

 

Temperatur

Optimaler Bereich

20°C                                 30°C

Optimum: 23-27°C

Quellen
  • Heizung bzw. Wärmetauscher
  • untergetauchte Pumpen
  • Beleuchtung
  • Umgebungswärme (Raumtemperatur)
  • abgedeckte Aquarien
  • Beleuchtungsraum über dem Aquarium ohne Ventilation
Senken
  • Ventilatoren, die die feuchte Luft über dem Wasser fortblasen (durch Verdunstungskälte kann das Aquarium um 2-3°C heruntergekühlt werden)
  • Kühlgerät
  • Wärmetauscher, der an einer Klimaanlage angeschlossen ist
Besonderheiten Die Temperatur muss im tropischen Korallenriffaquarium relativ konstant gehalten werden. Mit Hilfe von Temperaturreglern / Heizern ist das in der heutigen Aquaristik kein Problem. Im Sommer oder an heißen Standorten muss einen Kühlung in das Aquariumsystem eingebaut werden - die Kühlung sollte vor der Sommerzeit auf Funktion überprüft werden, um eine eventuelle Reparatur vor der großen Hitze einleiten zu können.
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