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Sehr geehrte Damen und Herren,
am 21.02.2013 nahm ich erwartungsvoll meinen neu erworbenen Turbo-Kalkreaktor I mit automatischer CO2-Steuerung in Betrieb und habe ihn gestern verärgert wieder außer Betrieb gesetzt.
Begründung:
In den vergangenen Tagen habe ich einen stets ansteigenden KH-Wert festgestellt und konnte mir nicht erklären, was hier geschah. So habe ich gestern mit 2 verschiedenen Testreagenzen einen astronomischen KH-Wert von „17“ ermittelt, der somit den empfohlenen Wert von KH 8 um mehr als das doppelte übersteigt. Trotz regelmäßig durchgeführtem Wasserwechsel mit neu angesetztem Meerwasser (gemessener Wert KH 8) sowie Auffüllung des verdunsteten Wassers mit Osmosewasser (gemessener Wert =KH 0) hat sich dieser Wert so hoch geschaukelt. Nach meinen Recherchen im Internet bin ich bei Riffaquaristikforum.de auf einen Bericht (siehe Anlage) gestoßen, der eine sofortige Abschaltung des Kalkreaktors und der CO2-Zufuhr als unabdingbar empfahl.
Ich frage mich nun, ob es sich bei der Anschaffung Ihres Turbo-Kalkreaktors um eine Fehlinvestition von rund 600.- Euro handelt und bitte um Klärung. Der nun erforderliche Aufwand und die durch den zusätzlichen Wasserwechsel entstehenden Kosten für Meersalz sind für mich mehr als ärgerlich.
Mit freundlichen Grüßen
Hermann Grund
Antwort AquaCare:
Sehr geehrtere Herr Grund,
dass eine zu hohe Leistung als Mangel dargestellt wird, ist uns neu. Leider gibt es viele Modelle auf dem Markt, die eine so schwache Leistung haben, dass der AquaCare Turbo-Kalkreaktor ungewohnt viel Karbonathärte und Calcium produzieren kann. Ich hoffe nicht, dass der Reaktor 24 Stunden am Tag gelaufen ist.
Bei Ihren hohen KH-Werten, kann der komplette Wasserchemismus durcheinander geraten sein. Auch kann der KH-Wert (und mit ihm Ca und Mg) plötzlich abfallen. Diese Ausfällerscheinungen sind bei so hohen KH-Werten nichts Ungewöhnliches.
Den Reaktor abzuschalten bei diesen Werten, ist absolut in Ordnung. Wenn der KH-Wert wieder auf ein normales Maß abgesunken ist, können Sie den Reaktor wieder in Betrieb nehmen - aber mit drastisch erniedrigter täglicher Laufzeit.
Ist der KH-Wert nach einer Wartezeit und/oder Teilwasserwechsel wieder in normalen Regionen (<10°dKH) gesunken, Ca und Mg überprüfen. Sollten diese weit unter dem Soll liegen (440 mg/l, bwz. 1350 mg/l), müssen diese einzeln (Flüssigprodukte oder Pulverprodukte) erhöht werden. Und zwar erst Mg (denn sonst können Sie noch so viel Ca hinzufügen; Sie werden die Ca-Konzentration damit nicht erhöhen können) und dann Ca.
Das nächste Mal bitte regelmäßiger die Werte messen, um ein Aufschaukeln zu verhindern - gerade wenn ein System neu installiert wurde. Jedes Aquarium hat seinen spezifischen Bedarf an Gelöstkalk und muss ermittelt werden. Im Laufe der vielen Jahre - die ersten Laborversuche fanden 1998 statt - haben wir tägliche Laufzeiten zwischen 1/4 bis 20 Stunden erlebt. Auch kann sich der Bedarf im Laufe der Zeit sehr stark ändern. Darum jeden Monat KH, Ca und Mg messen; in der Einfahr- und Neuinstallationsphase natürlich öfter.
Weitere Information, die Sie auch im Internet finden, habe ich angehängt.
Antwort Herr Grund:
Sehr geehrter Herr Ramsch,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und die Erläuterungen. Der Kalkreaktor war seit der Inbetriebnahme jeden Tag jeweils morgens und mittags für 2 Stunden in Betrieb. Ich werde, wenn der KH-Wert sich in normaler Region einpendelt, den Reaktor mit verminderten Laufzeiten wieder in Betrieb nehmen und Ihren Rat befolgen, dann regelmäßiger die Wasserwerte zu messen. ...
Mit freundlichen Grüßen
Hermann Grund

emails: 08.04.2013