Ramsch,
B. &
Sellner, B.R. 1997: Was ist Licht?
D. Aqu. u. Terr. Z. (DATZ) Sonderheft Aquarienpraxis Süßwasser.

von Burkhard Ramsch* und Beate R. Sellner*
Licht ist physikalisch gesprochen eine Vielfalt von Photonen
(Lichtteilchen") mit unterschiedlichen Wellenlängen und unterschiedlicher
Intensität (Energie). Bestimmte Wellenlängen nimmt der Mensch (und die meisten Tiere)
als Farbeindrücke wahr. So nehmen wir Licht mit der Wellenlänge 660 nm (Millionstel
Millimeter) als rot, mit 530 nm als grün und mit 420 als blau wahr. Licht mit
einer Wellenlänge von über 780 nm sehen wir nicht mehr, sondern spüren es als
Wärmestrahlen; man nennt es auch Infrarot (oder Ultrarot). Hat das Licht eine geringere
Wellenlänge als 380 nm sehen wir es ebenfalls nicht mehr, sondern bekommen einen
Sonnenbrand, wenn wir zu lange dieser Strahlung ausgesetzt sind. Dieses sogenannte
Ultraviolett oder kurz UV wird in drei Abschnitt geteilt: UV A (380 bis 320 nm),
UV B (320 bis 280 nm) und UV C (280 bis 200 nm).
Wie wird Licht gemacht?
- Um für Aquarien brauchbare Lichtquellen zu
schaffen gibt es verschiedene Möglichkeiten.
- Bei Glühlampen wird durch einen Glühfaden ein
elektrischen Strom geleitet, bis er aufgrund der inneren Reibung so heiß wird,
dass er
hell erglüht. Damit der Glühfaden nicht zu schnell zerstört wird, befindet sich im
Inneren der Glühbirne kein Sauerstoff. Im Licht einer Glühlampe ist sehr viel der
Infrarotstrahlung und nur sehr wenig der blauen Strahlung - das Licht ist rötlich. Unsere
Augen gaukeln uns einen weißen Eindruck vor. Den Beweis sieht man, wenn in mit
Glühlampen beleuchten Räumen fotografiert (ohne Blitzlicht) wird - die Fotos sind alle
viel zu rot. In der Aquaristik sind Glühlampen nur als Orientierungslichter
(Nachtbeleuchtung) oder zur Mondlichtsimulierung zu gebrauchen. Wenn bestimmte Gase
(Halogene) in der Glühbirne eingeschlossen werden, kann mehr Strom durch den Glühfaden
geleitet werden - der Faden wird heißer und leuchtet heller und blauer. Diese sogenannte
Halogenlampen können als Zusatzbeleuchtung gut für Süßwasseraquarien eingesetzt
werden. Sie schaffen schöne Lichteffekte z.B. als Spots. Als Hauptbeleuchtung bringen sie
zu wenig Licht bzw. sind zu warm.
- Leuchtstoffröhren (im Volksmund Neonröhren
genannt) haben im Innern des Glaskörpers ein stark verdünntes Gas. Von einem Ende zum
anderen werden Elektronen mit einer hohen Spannung geleitet. Die Elektronen stoßen mit
den Gasmolekülen zusammen und geben ihre Energie an sie weiter. Die Gasmoleküle - nun
aufgeladen und als Ionen bezeichnet - brauchen diese Energie jedoch nicht und geben diese
als Lichtenergie wieder ab. Die meiste abgegebene Strahlung ist aber im UV-Bereich. Um
diese zum sehbaren Licht umzuwandeln, sind die Innenseiten der Glasröhren mit einer
Leuchtschicht lackiert. Die Leuchtschicht wandelt die meisten UV-Strahlen in sichtbares
Licht um. Die Zusammensetzung des eingeschlossenen Gases und die Art der Leuchtschicht
beeinflusst letztendlich das Spektrum (Zusammensetzung) des produzierten Lichts.
- Ähnlich funktionieren HQL
(Quecksilberdampfhochdrucklampen) und HQI-Lampen (Halogenmetalldampflampen). Der
Unterschied liegt in der Art des eingeschlossenen Gases: bei diesen Lampen werden
Quecksilber und andere Metalle so stark erhitzt, dass diese verdampfen. Die verdampften
Metalle machen dann nichts anderes, als die Edelgase in den Leuchtstoffröhren. Weil das
von den Metalldämpfen erzeugte Licht zum Teil ein sehr natürliches Spektrum aufweist,
braucht man keine (gilt nur für HQI) Leuchtschichten an den Glaskörpern. Das von den HQI
produzierte UV-Licht muss jedoch mit speziellen Glasscheiben ausgefiltert werden, um
keinen Schaden anzurichten. Die HQL- und HQI-Lampen produzieren im Vergleich zu den
Leuchtstofflampen wesentlich mehr Licht pro Leuchtfläche - das Licht ist intensiver.
Wie hell ist das
Licht?
- Um zu messen, wie hell das Licht einer Lampe ist, muss man nur zählen,
wie viele Photonen (Lichtteilchen") aus der Lampe
herausströmen. Bestimmte Messgeräte messen den Lichtstrom mit der Einheit Lumen
(Abkürzung: lm). Je heller eine Lampe ist, desto höher ist der Lichtstrom.
Wie viel Licht
nun im Aquarium ankommt, hängt unter anderen davon ab, wie weit die Lichtquelle vom
Aquarium entfernt ist. Ist eine Lichtquelle weit entfernt erscheint sie dunkler, als wenn
sie sehr nah ist. Deswegen wird die Beleuchtungsstärke auf eine Fläche bezogen:
wie viel
Licht kommt z.B. pro Quadratmeter Wasseroberfläche an. Die Einheit Lux (Abkürzung: lx)
ist den meisten bekannt. Sie gibt das Verhältnis zwischen Lichtstrom und Fläche wieder:
Beleuchtungsstärke = Lichtstrom / Fläche (für die Einheiten: E = lm / m²).
- Die Beleuchtungsstärken in der Natur liegen
zwischen 0,2 lx (Vollmond) über 1.000-2.000 lx bei bedecktem Winterhimmel bis 100.000 lx
sommertags. In den Tropen können mittags noch höhere Werte auftreten. Mit den
sogenannten Lux-Metern kann man die Beleuchtungsstärke auch im/am Aquarium messen. Leider
sind diese Geräte nicht ganz billig. Man muss bei der Messung beachten, dass die
Beleuchtungsstärke quadratisch zum Abstand der Leuchtquelle abnimmt. Im Klartext: wird
der Abstand zur Leuchte verdoppelt, sinkt die Beleuchtungsstärke auf ein Viertel.
Wie
viel und welches
Licht braucht mein Aquarium?
- Allgemein gesagt: je mehr Licht den Pflanzen zur
Verfügung steht, desto schneller können sie wachsen. In der Natur haben sich
verschiedene Pflanzen an unterschiedliche Beleuchtungsstärken angepasst. So gibt es
Pflanzen an schattigen Standorten, die dort besser wachsen, als sonnenhungrige"
Pflanzen es am gleichen Standort tun. Dafür wachsen die Pflanzen von Sonnenstandorten
dort besser als es die Schattenpflanzen dort tun.
- Im Aquarium gibt es ebenfalls Pflanzen, die
lichthungrig sind oder eher ein Schattenleben führen. Die schnell wachsenden
Stängelpflanzen brauchen viel Licht, die Rosettenpflanzen eher weniger - natürlich gibt
es jede Menge Ausnahmen! In guten Pflanzenbücher gibt es Übersichten, welche Pflanzen
wie viel Licht benötigen. Meist können gute Zoofachhändler ebenfalls weiterhelfen.
- Reine Fischaquarien zur Zucht oder zur Hälterung
benötigen wenig Licht. Meist reicht eine Leuchtstoffröhre aus, damit man die Fischer
überhaupt erkennt. In Zuchtaquarien ist eine sehr gedämpfte Beleuchtung von Vorteil, da
die Jungfische im Dämmerlicht weniger scheu sind. - Fische benötigen keine helle
Beleuchtung. So werden die meist pflanzenlosen Aquarien mit ostafrikanischen Buntbarschen
gerade nur so beleuchtet, dass der Aquarianer seine Fische gut beobachten kann. Eine
stärkere Beleuchtung ist meist wegen des Algenwachstums nicht erwünscht. Der Aquarianer
sollte jedoch beachten, dass viele Ostafrikaner" Weidegänger sind, d.h. die
Fische ernähren sich von den auf Steine wachsenden Algen. Eine stärkere Beleuchtung kann
daher indirekt von Vorteil sein.
- Gesellschaftsaquarien mit Pflanzen müssen besser
beleuchtet werden. Die in den gebräuchlichen Abdeckungen eingebauten ein oder zwei
Leuchtstoffröhren reichen nicht aus, um einen kräftigen Pflanzenwuchs zu erzeugen. Nur
einige Schattenpflanzen (Schwachlichtpflanzen) können dort überleben. Meist endet ein
Aquarium mit Standardabdeckung mit einem nicht attraktiven, fast pflanzenlosen
Bassin. Als
Notlösungen werden dann Plastikpflanzen eingesetzt, die außer ein paar
Versteckmöglichkeiten nicht den geringsten biologischen Nutzen bieten. Die
Wasserqualität in solchen Aquarien ist trotz Filtertechnik schlecht und lässt viele
Fische frühzeitig sterben - Epidemien, die den gesamten Fischbestand dahinraffen, sind in
solchen Aquarien keine Seltenheit. Die Beleuchtungsdauer zu verlängern, um den Pflanzen
besseres Wachstum zu ermöglichen, bringt leider nichts.
- Über einem Aquarium, in dem Pflanzen gut und
kräftig wachsen sollen, müssen Leuchtstoffröhren über die ganze Aquarienlänge und mit
einem Abstand von ca. 5- bis 7 cm über die ganze Breite verteilt sein, um genügend
Licht in das Becken zu bringen. Die Wärmeentwicklung der Lampen ist dann aber nicht mehr
ganz ungefährlich. Eine Entlüftung (Ventilator) sollte - gerade in den heißen
Sommermonaten - eingebaut sein.
- Pflanzen benötigen für ihr Wachstum verschiedene
Wellenlänge; besonders die roten aber auch die blauen Anteile des Lichts sind
lebensnotwendig. Grünes Licht wird gar nicht benötigt. Der grüne Anteil des
Sonnenlichts wird von den Pflanzen reflektiert (zurückgeworfen) - daher erscheinen die
(meisten) Pflanzen grün.
- Es gibt Leuchtstoffröhren mit verschiedenen
Lichtfarben", d.h. der Anteil der unterschiedlichen Wellenlängen variiert von
Lampe zu Lampe. Für die Süßwasseraquaristik können die Tageslichtröhren
(daylight", z.B. Osram Farbton 11), Röhren mit einem erhöhten Rotanteil
(Warmtonlampen, z.B. Osram Farbton 31), Röhren mit einem etwas erhöhtem Blauanteil
(weiß", z.B. Osram Farbton 21) und spezielle Pflanzenröhren (z.B. Gro-Lux)
verwendet werden. Meist bringt die Kombination verschiedener Röhren den besten Erfolg,
z.B. Farbton 11 und 21 oder 11 und Gro-Lux. Eine ausschließliche Beleuchtung mit Gro-Lux
hat ungünstige Folgen (z.B. Blaualgen) und sieht nicht natürlich aus.
- Die Lebensdauer der Leuchtstoffröhren ist
wesentlich längere, als die Benutzungsdauer. Im Laufe der Zeit nimmt der Lichtstrom
rapide ab. Bei einigen Lampen ist nach 6 Monaten nur noch die Hälfte des Lichtstroms zu
messen. Das menschliche Auge nimmt die Alterung der Lampe nicht wahr. Nur wenn eine alte
Lampe direkt neben eine neuen leuchtet, sieht man den Unterschied. Leuchtstoffröhren
sollten spätestens jedes Jahr - bei den üblichen Beleuchtungszeiten -
ausgetauscht werden. Durch einen kleinen Trick kann die Alterung jedoch verringert werden.
Wenn anstatt der herkömmlichen Vorschaltgeräte die elektronischen benutzt werden,
können die Lampen um die Hälfte länger benutzt werden. Die elektronischen
Vorschaltgeräte sind zwar teuerer, aber sie machen sich nach ca. 2-4 Jahren bezahlt, denn
nicht nur die Lampen können länger betrieben werden, sondern sie verbrauchen auch
weniger Strom.
- Bei Aquarien, die einen Wasserstand von mehr als
40 cm haben, reichen Leuchtstoffröhren nicht mehr aus. Die im Handel erhältlichen
HQL und HQI-Leuchten sind bei hohen Wasserständen die einzige Möglichkeit, den Pflanzen
genügend viel Licht zu spenden. Sowohl HQL als auch HQI bieten sich für offene Aquarien
(ohne Abdeckung) an. In einer Abdeckung würden sie viel zu viel Wärme in das Aquarium
einbringen - außer es wird sehr gut belüftet! Offene Aquarien ohne Abdeckscheiben
verbessern ebenfalls das Raumklima. Einige Sumpfpflanzen können bei offenen Aquarien
über der Wasseroberfläche wachsen und blühen. Damit springfreudige Fische nicht
unaufgefordert das Aquarium verlassen, ist es sinnvoll, die Stege (normalerweise nur an
Front- und Rückscheibe geklebt) an allen Seiten des Beckenrandes zu kleben.
- HQL-Lampen gibt es für die Aquaristik in
verschiedenen Leistungsstufen: 50, 80 und 125 Watt. In der Industrie werden Lampen bis zu
1000 Watt eingesetzt. Besonders beliebt - und auch sinnvoll - sind die von 80 auf 125 Watt
umschaltbaren Leuchten. Zu beachten ist, dass die Leistung der Lampe (Birne")
mit der der Leuchte übereinstimmen muss. So darf z.B. in eine 125 Watt Leuchte keine 50
Watt Lampe eingeschraubt werden.
- Aquarien mit einer Wassertiefe von unter
40 cm sind mit 50 Watt HQL-Leuchten gut ausgeleuchtet. Ab 40 cm sollten bereits
80 Watt verwendet werden, ab 50 bis 60 cm 125 Watt. Bei noch höheren Wasserständen
sollten Halogenmetalldampflampen mit höheren Leistungen installiert werden.
Wie viele der
Lampen über das Aquarium gehängt werden sollen, hängt von der Länge (und der Tiefe)
des Beckens ab. Pro 60 bis 80 cm Länge des Beckens ist eine Lampe ausreichend.
- Die Lebensdauer der Lampe ist wie bei den
Leuchtstoffröhren wesentlich höher als die Verwendungsdauer. Auch hier gilt: nach
spätestens 1 Jahr sollte der Leuchtkörper ausgetauscht werden.
- In der Süßwasseraquaristik immer beliebter
werden die HQI-Lampen (Halogenmetalldampflampen). In Riffaquarien im Meerwasserbereich
sind diese Lampen fast die einzige Möglichkeit, den äußerst lichthungrigen Korallen
genügend Licht anzubieten. Quecksilberdampfhochdrucklampen sind nicht geeignet, weil
wichtige Wellenlängen, dessen Fehlen unsere Auge nicht stört, nicht vorhanden sind.
HQI-Lampen gibt es in der Aquaristik in den Leistungsstufen (70), 150, 250, 400 und
1.000 Watt. In der Industrie werden bis zu 3.500 Watt verwendet.
- Für Meerwasser wird eigentlich kein natürliches
Licht gebraucht. Jeder, der schon einmal ein paar Meter tief getaucht ist, weiß,
dass die
Rotanteile des Lichtes absorbiert (verschluckt") werden. Alles erscheint blau.
Die Tiere haben sich im Laufe der Evolution an diese Bedingungen angepasst und sollten
für ein gutes Wachstum auch im Aquarium unter Licht gehalten werden, das einen hohen
Blauanteil hat. Das Maß für die Lichtfarbe, die sogenannte Kelvinzahl, gilt jedoch nur
für natürliches Licht - und davon ist im Meer in ein paar Meter Tiefe nicht viel zu
sehen. Diese ganze Kelvin-Diskussion ist für die Katz! Es werden Lampen angeboten, die
mit utopischen Kelvin-Zahlen zum Kauf verführen - aussagen tun sie jedoch nichts. Für
den Meerwasserbereich gilt, dass sehr viel Licht (große Lumenzahl) mit hohem Blauanteil
installiert werden muss. In der Praxis kann das mit einem HQI-Brenner mit hohem Blauanteil
gelöst werden, oder mit einem daylight-Brenner und einer zusätzlichen blauen
Leuchtstoffröhrenbeleuchtung (z.B. Osram Farbton 67 oder die neuen Power-Röhren z.B. TL3
von Philips). Die getrennte Version hat den Vorteil, dass die blauen Röhren länger am
Tag in Betrieb sein können als die stromfressenden" HQI (z.B. 8 Stunden
Blaulicht und 4-6 Stunden HQI). So wird ein Tag mit dunklerem Morgen und Abend und hellem
Mittag simuliert. Gerade scheue Fische fühlen sich wohler, wenn das Licht nicht abrupt am
Abend ausgeht.
- Für Meerwasseraqurien, in den Anemonen oder
Seepferdchen gehalten werden, braucht die Beleuchtung nicht so enorm hoch zu sein.
Leuchtstoffröhren (z.B. Lichtfarbe 11 oder 21 plus eine blaue Röhre, z.B. Osram Farbton
67) reichen vollkommen aus.
- Grundsätzlich gilt, dass die Beleuchtungszeit mit
Schaltuhren gesteuert werden sollte - auch Fische, Pflanzen und Korallen haben einen
bestimmten Rhythmus. Für Süßwasseraquarien haben sich Beleuchtungszeiten von 10 bis 12
Stunden bewährt. Sinnvoll ist es, die Beleuchtungszeit im Sommer auf 12 Stunden und im
Winter auf 10 Stunden zu stellen. Damit haben dann Pflanzen, die unterschiedliche
Jahreszeiten benötigen, die Chance zu blühen. Im Meerwasserbereich reichen 6 bis 10
Stunden aus. Die Beleuchtungszeiten sollten nicht viel länger sein - das hat nur
ungünstige Folgen für die gesamte Biologie.
Sichere und unsichere
Leuchten
- Elektrischer Strom und Aquarienwasser insbesondere
Meerwasser ist eine gefährliche Kombination. Grundsätzlich gilt, dass alle
elektrischen Installationen vom Fachmann durchgeführt werden müssen. Es ist darauf
zu achten, dass alle elektrischen Geräte am Aquarium mit einem sogenannten
Fehlerstromschalter (kurz FI) gesichert sind. Fließt ein Strom den falschen Weg - zum
Beispiel durch den Aquarianer oder durch das Aquarium - schaltet der FI in wenigen
Millisekunden ab, so dass Stromunfälle in den meisten Fällen überlebt werden.
- Aber auch die installierten Geräte sollten ein
Mindestmaß an Sicherheit besitzen. Es ist leider nicht die Regel, dass die Geräte
wirklich sicher sind. Die Prüfzeichen VDE" und TÜV - GS" geben ein
Mindestmaß an Sicherheit. Das vorgeschriebene CE"-Zeichen soll auf Sicherheit
hinweisen; Prüfungen sind jedoch nicht vorgeschrieben. Wichtig ist, dass die Lampen den
vorgeschriebenen Abstand zur Wasseroberfläche aufweisen - die meisten Leuchten hängen
vom Sicherheitsaspekt gesehen zu tief über den Aquarien, um eine bessere Ausleuchtung zu
haben. Bei Leuchtstofflampen gibt es auch wasserdichte Versionen, die zur Not auch mal ins
Wasser fallen können.
- Bei heißen Leuchtkörpern (HQI, HQL) sollte die
interne Verkabelung aus hitzebeständigen Silikonkabel bestehen. Einfache PVC-Kabel
können an kritischen Stellen schnell durchschmoren". Die Leuchte sollte
ebenfalls eine gute Lüftung haben, um die Lampen zu schonen. Zu heiße Lampen verlieren
schnell an Leistung.
- Lampen mit große Reflektoren blenden nicht so
schnell wie die mit kleinen Reflektoren - leider sehen Leuchten mit großen Reflektoren
ein wenig klobig aus. Ob die Reflektoren glänzend oder matt sind, ist egal. Die Reflexion
ist fast gleich. Allerdings sollte der Reflektor auf die Lampe abgestimmt sein. Ein falsch
dimensionierter Reflektor sorgt für eine ungleichmäßige Ausleuchtung. Für
Leuchtstoffröhren gibt es stabile Reflektoren, bei denen nur die Reflexionsfolie
gewechselt wird. Schon leichte Verschmutzungen auf den Reflektoren, den Lampen oder gar
auf der Aquarienabdeckscheibe (nicht für Meerwasser empfohlen) erniedrigen die
Beleuchtungsstärke im Aquarium erheblich - Sauberkeit ist hierbei oberstes Gebot.
- Ganz wichtig ist, dass HQI-Leuchten ein
Sicherheitsglas vor der Lampe haben, um die harten UV-Strahlen zu absorbieren. Einfache
Glasscheiben filtern zwar auch die Strahlen heraus, doch sind sie weniger hitzestabil.
- Die Leuchten müssen stabil angebracht werden. Auf
keinen Fall dürfen sehr schwere Leuchten (mehrflammige HQI-Leuchten) nur am Kabel
aufgehängt werden. Markenprodukte werden mit stabilen Ketten oder Stahlseilen geliefert.
Auch dürfen Lampen oder deren Vorschaltgeräte nicht irgendwo einfach hingelegt werden.
Sowohl Lampe als auch Vorschaltgerät werden heiß und bei unsachgemäßer Befestigung
kann das zu Bränden führen. Die Gefahr, dass Leuchten ins Wasser fallen ist bei nicht
befestigten Leuchten sehr groß.
Tipps
- Heiß werdende Lampen (HQI, HQL, Halogen) nie mit
den Fingern anfassen. Der hinterlassene Fettfilm sorgt für Spannungen im Glas, die
eventuell zum Bruch führen können. Benutzen Sie ein sauberes Papiertuch.
- HQI-Leuchten nie ohne Sicherheitsglas betreiben -
auch nicht nur ein paar Minuten. In weniger schlimmen Fällen bekommt man nur einen
Sonnenbrand. Die Augen können jedoch sehr schnell irreparabel geschädigt werden.
- Reflektoren, Röhren bzw. Sicherheitsscheiben
immer sauber halten. Nur leichte Verschmutzungen führen zu einem drastischen Rückgang
der Beleuchtungsstärke.
- Lampen regelmäßig wechseln. Sind mehrere gleiche
Leuchten über dem Becken, ist ein gestaffeltes Auswechseln am Sinnvollsten. Am besten
jeden Wechsel (und auch andere Arbeiten) in einem Protokollheft aufschreiben. Nur so
behält man den Überblick.
- Rechteckige Reflektoren leuchten rechteckige
Becken besser aus, als runde.
- Wenn die Wassertemperatur im Sommer zu hoch wird
(im Meerwasserbecken oft ein Problem), kann die Hauptbeleuchtung ruhig für ein paar Tage
ausgeschaltet oder die Leuchtdauer reduziert werden. Zu viel Wärme ist meist schädlicher
als kurzzeitige Beleuchtungsreduzierung.
