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Inhalt: Wie macht man einen Wasserwechsel, wie füllt man nach? |
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In dem System Aquarium befindet sich im Vergleich zu natürlichen Biotopen sehr wenig Wasser pro Fisch. Deshalb müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit die Wasserqualität in einem optimalen Zustand für die zu pflegenden Tiere bleibt. Filtersysteme, Heizung, Strömung, Kohlendioxiddüngung (Süßwasser), Nitrat-, Phosphatfilter und die Meerwassersysteme Kalkreaktor und Abschäumer sind u.a. wichtige Instrumente zur Wasserreinhaltung. Aber einige Stoffe sind nicht oder nur unzureichend mit diesen Mitteln zu entfernen - selbst Aktivkohle kann nicht alle Stoffe entfernen. Über diese Stoffe ist nicht viel bekannt, nur die Tatsache, dass sie ein aquatisches System auf längere Zeit zerstören können.
Die schwer oder nicht abbaubaren (persistente) Stoffe und einige Salze, die sich anreichern, müssen von Zeit zu Zeit aus dem Wasser entfernt werden. Mit Ozonzugabe oder katalytisch induzierter Ozonbehandlung können diese Stoffe geknackt und im Biofilter abgebaut werden, aber ohne diese Techniken können sich die ungewünschten Stoffe akkumulieren.
Gerade im Meerwasserbereich wird die Thematik der Ionenverschiebung heftig diskutiert (dazu auch der Artikel: Der Kohlenstoffkreislauf). Wissenschaftliche Untersuchungen über diesen Effekt sind uns leider nicht bekannt.
Auch für die Versorgung mit Spurenelementen (vornehmlich im Meerwasserbereich; im Süßwasserbereich taugt der Wasserwechsel zur Anreicherung mit Spurenelementen nicht!) ist der regelmäßige Wasserwechsel ein nicht zu ersetzendes Mittel. Es gibt zwar eine Reihe von Präparaten (siehe AquaCare Pflegelösungen), die Spurenelemente dem Ökosystem Aquarium zuführen, jedoch verbraucht jedes Aquarium eine unterschiedliche Menge dieser wichtigen Mikroelemente. Der Wasserwechsel gleicht diese Unterschiede aus.
Der Wasserwechsel ist somit sowohl für die Versorgung als auch für die Entsorgung ein wichtiger Faktor und trägt zur Stabilität eines jeden Systems bei.
Wie viel muss nun Wasser gewechselt werden? Dazu gibt
es sehr unterschiedliche Meinungen. Im Allgemeinen gilt, je höher das Aquarium belastet
ist, desto mehr Wasser muss gewechselt werden. Im Meerwasserbereich werden geringe
Wasserwechsel durchgeführt als im Süßwasserbereich. Je regelmäßiger der Wasserwechsel
gemacht wird, desto gleichmäßiger ist die Wasserqualität.
Die Empfehlung von AquaCare:
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Süßwasser-Gesellschaftsbecken |
20 bis 30% alle 1 bis 2 Wochen |
| Süßwasser Barschbecken | 5 bis 10% alle 1 bis 4 Wochen |
| Süßwasser Zuchtansatzbecken | plötzlicher Wasserwechsel bis zu ca. 100% kann das Ablaichverhalten stimulieren |
| Süßwasser Aufzuchtbecken | 30 bis 50% alle 1 bis 7 Tage |
| Meerwasser | 1 bis 10% pro Monat, bei sehr hohem Fischbesatz bis über 25% pro Monat |
Der Wasserwechsel sollte, außer beim Zuchtansatz im Süßwasser, so behutsam wie möglich gemacht werden. Das bedeutet, dass das Wechselwasser die gleiche Temperatur haben sollte wie das Wasser im Aquarium. Das Wasser sollte ebenfalls die gleiche chemische Qualität besitzen (z.B. Härte, Huminstoffe, Salzgehalt etc.). Schadstoffe wie Chlor, Pestizide, zu hohe Härte sollten sich auf keinen Fall im Wasser befinden. Im Meerwasserbereich sollte das frische Meerwasser schon einige Tage belüftet bzw. bewegt (Pumpe) sein, damit es im chemischen Gleichgewicht ist und nur noch wenige Radikale (Chlor-, Sauerstoffradikale) aufweist.
Die einfachste Methode für einen Wasserwechsel ist das manuelle Ablassen des Wassers und
das Auffüllen mit frischem Wasser. Es muss darauf geachtet werden, dass keine Pumpen,
Heizungen und Messketten trocken laufen können (das gilt auch für alle automatischen
Methoden).
Verdunstetes Wasser wird je nach Wasserstand nachgefüllt - das Wasser sollte auf jeden
Fall salzarm sein, damit sich Salze im Aquarium nicht anreichern können, z.B.
Umkehrosmosewasser (RO), vollentsalztes Wasser (VE).
Im folgendem werden einige Methoden zur automatischen Nachfüllung und zum Wasserwechsel aufgeführt.
Im Süßwasserbereich kann die Durchlaufmethode eine
einfache Alternative zum manuellen Wasserwechsel und Nachfüllen sein. Das Aquarium
muss
allerdings einen Ablauf besitzen, so dass das zulaufende Wasser das Aquarium nicht zum
Überlaufen bringt. Der Wasserzulauf wird so eingestellt, dass die gewünschte Wassermenge
pro Tag bzw. Woche ausgewechselt wird. Wird Leitungswasser verwendet, kann der Zulauf mit
einem Ventil einfach gedrosselt werden. Bei der Verwendung einer Umkehrosmoseanlage geht das nicht. Die
Leistung der Anlage sollte je nach dem gewünschten Wasserwechsel ausgelegt sein. Ist sie
zu groß, muss die Umkehrosmoseanlage zeitlich gesteuert werden. Eine Schaltuhr und ein
Magnetventil wird dazu benötigt. Die Umkehrosmoseanlage sollte jedoch nicht zu oft ein-
und ausgeschaltet werden - am besten einmal pro Tag einschalten, vorzugsweise am Tag, weil
tagsüber der größte Stoffwechsel der Tiere stattfindet. Ein Mineralienfilter härtet
das Wasser automatisch auf. Die Spurenelemente / Dünger können ebenfalls mit
Dosierpumpen dem Aquarium zugeführt werden.
Ebenfalls für den Süßwasserbereich funktioniert
die Leitfähigkeitsmethode. Alle Tiere im Wasser verursachen aufgrund ihres Stoffwechsels
eine Wasserverschmutzung, die den Salzgehalt langsam aber sicher erhöht. Wird die
elektrische Leitfähigkeit gemessen, beobachtet man ihr stetiges Ansteigen. Hat das
Leitfähigkeitsmessinstrument einen Regelausgang, kann damit der Frischwasserzulauf
gesteuert werden. Das Aquarium muss allerdings einen Ablauf besitzen. Es
muss außerdem darauf geachtet werden, dass die Leitfähigkeitselektrode
regelmäßig gereinigt und kalibriert wird. Das Nachfüllwasser kann mit Hilfe
von Magnetventilen aus Vorratstank oder direkt aus der Wasserleitung dosiert,
oder eine Umkehrosmoseanlage mit Magnetventil und eventuell Mineralienfilter
kann angesteuert werden.
Eine einfache, kostengünstige und sichere Methode, verdunstetes Wasser nachzufüllen, ist das mechanische Schwimmerventil. Vorzugsweise im Filterbecken (auch im Aquarium möglich) wird das Ventil montiert. Sobald der Schwimmer sich senkt, öffnet sich das Ventil und lässt frisches Wasser nachlaufen. Im Meerwasserbereich sollte darauf geachtet werden, dass das Ventil abgeschaltet wird, wenn der Wasserwechsel längere Zeit in Anspruch nimmt. Sonst versucht das Ventil ständig Wasser nachzufüllen und verdünnt das Meerwasser.

Die Ventile funktionieren nur, wenn sauberes - also frei von Partikeln - Wasser benutzt
wird. Andernfalls kann es verstopfen und jede Menge Ärger bringen. Bei Benutzung von
Umkehrosmosewasser arbeiten die Ventile sehr zuverlässig - auch im Meerwasserbereich. Das
Ventil darf nie in seiner Beweglichkeit behindert werden (z.B. durch Pflanzen,
Verkrustungen). Die
Ventile brauchen einen geringen Wasserdruck. Im Allgemeinen (z.B. AquaCare Schwimmerventile)
reicht es aus,
dass der Vorratsbehälter wenige Zentimeter über dem
Ventil steht. Eine Umkehrosmoseanlage kann nicht direkt angeschlossen werden. Der
Vorratsbehälter muss chargenweise mit einer Umkehrosmoseanlage aufgefüllt werden. Als
Notabschaltung kann aber auch der Vorratsbehälter mit einem Schwimmerventil ausgestattet
werden. Sobald der Behälter gefüllt ist, kann kein Wasser mehr nachströmen - die
Umkehrosmoseanlage verbraucht aber weiterhin Abwasser! Um den Vorratsbehälter mit
Umkehrosmosewasser automatisch zu befüllen kann die Niveauschaltung benutzt werden
(s.u.).
Das Schwimmerventil ist besonders für Aquariensysteme mit mehreren Aquarien geeignet.
Nachfüllschaltungen gibt es in zwei Ausführungen. Die eine (Nachfüllautomatik) benutzt einen Schwimmerschalter bzw. Sensor, die andere zwei. Die erste Schaltung füllt sofort, wenn das Sollniveau unterschritten wird, mit Hilfe einer Pumpe Wasser nach. Bei dieser Schaltung ist es wichtig, dass die Schaltung zeitverzögert arbeitet, damit die angeschlossene Pumpe oder Magnetventil nicht zu häufig ein- und ausschaltet. Ideal kann die Nachfüllautomatik im Meerwasserbereich mit einem Kalkwasserreaktor kombiniert werden. Eine Umkehrosmoseanlage kann mit dieser Schaltung nicht angesteuert werden.
Die zweite Version schaltet ein, wenn der untere Pegel (Minimum) unterschritten wird, und
schaltet erst wieder ab, wenn der obere Pegel (Maximum) erreicht wird. Diese Version
schaltet also zwischen Minimum und Maximum. Wird eine Umkehrosmoseanlage mit der
Niveauschaltung angesteuert, sollte die Anlage mindestens 1 Stunde in Betrieb sein, ehe
sie wieder abschaltet. Der Abstand zwischen Minimum- und Maximumschalter sollte
dementsprechend gewählt werden. Ein geringer Nachteil der Schaltung sind leichte Schwankungen des
Salzgehalts. AquaCare bietet eine einfache Niveauschaltung für Umkehrosmoseanlage.
Es ist darauf zu achten, dass im Meerwasser- und im Reinstwasserbereich (<10 µS/cm) Schwimmerschalter verwendet werden. Sensoren, die die elektrische Leitfähigkeit des Wasser ausnutzen, können bei zu niedriger Leitfähigkeit nicht schalten und im Meerwasserbereich führen Salzfilme oder -krusten zu falschen Zuständen. Im Süßwasserbereich oder Umkehrosmosewasserbereich sind Elektroden eine gute und kostengünstige Alternative. Sowohl Sensoren als auch Schalter sollten von Zeit zu Zeit gereinigt werden, damit eine sichere Funktion gewährleistet ist.
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| Die Nachfüllautomatik (Niveausteuerung) füllt Wasser von einem Lagertank in ein Aquarium oder Filterbecken. Der Lagertank wird per hand z.B. mit Umkehrosmosewasser aufgefüllt | Nur bei sehr großen Aquarien ist es möglich, dass eine Umkehrosmoseanlage direkt in ein Aquarium oder Filterbecken nachfüllt. Der Höhenabstand von Minimum- und Maximumschalter sollte so gewählt werden, dass die Umkehrosmoseanlage mindestens 1 Stunde am Stück arbeitet. |
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| Bei kleinen Aquarium muss zwischen der Umkehrosmoseanlage und dem Aquarium ein Lagertank geschaltet werden, um hohe Dichteschwankungen im Aquarium oder zu kurze Laufzeiten der Umkehrosmoseanlage zu vermeiden | Ein System mit automatischem Wasserwechsel und Nachfüllsystem für Meerwasser. Der Wasserwechsler pumpt regelmäßig Wasser aus dem Aquarium und füllt frisches Meerwasser nach. Verdunstetes Wasser wird mit Umkehrosmosewasser ergänzt. Der Umkehrosmosetank wird automatisch mit der Umkehrosmoseanlage aufgefüllt. |
Jede Technik kann einmal ausfallen. Gerade wenn Wasser automatisch fließen sollen, ist es ratsam Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Wasseraustritt verursacht hohe Schäden bei folgenden Konstellationen:
Aufwändige Bodenbeläge wie Parkett, Schiffsplanken oder Marmor.
Teuere Möbel, die nicht in einer Wasserpfütze stehen sollten.
Das Aquarium steht nicht im Keller und kann im Falle einer Leckage darunter liegende Wohnungen oder Betriebe in Mitleidenschaft ziehen.
Um allgemeine Leckagegefahren zu bannen oder zumindest anzuzeigen, können folgende Maßnahmen getroffen werden. Einige sind allerdings nur mit hohem Aufwand nachträglich zu schaffen.
Notüberlauf am Aquarium und Filterbecken, der mit dem Abwassersystem verbunden ist.
Das komplette Aquariumsystem steht in einer Wanne (Kunststoff oder Beton), die mittels Überlauf am Abwassersystem angeschlossen ist.
Installierung eines Feuchtwarngerätes, dass Alarm gibt - es werden auch Systeme angeboten, die im Falle eines Alarms eine SMS oder email senden.
Nachfüll- oder Wasserwechselanlagen können auf unterschiedliche Weise abgesichert werden.
Eine zweite Nachfüllanlage wird installiert, an die die erste Anlage angeschlossen ist (Serienschaltung). Die Schwimmerschalter der Notanlage sollte ein Stück höher installiert werden, als die der Normalanlage. Wird direkt Leitungswasser / oder Umkehrosmosewasser nachgefüllt sollte ein zusätzliches Magnetventil (in Serie) installiert werden.
Ein zweiter Schwimmerschalter kann zusätzlich installiert werden. Je nach Hersteller muss dieser Schalter parallel (z.B. AquaCare) oder in Serie geschaltet werden.
Lassen Sie Nachfüllwasser nur sehr langsam nachlaufen, so dass die Automatik selten aber dafür lange schaltet. Bei einer Fehlfunktion kann das langsam fließende Wasser nicht so schnell zu Schäden führen.
Ein ganz wichtiger Punkt, der allzu oft vernachlässigt wird: mechanische Schwimmerschalter im Meerwasser oder Pflanzenbecken müssen regelmäßig auf Verschmutzungen überprüft und gereinigt werden. Sonst ist der Ausfall nur eine Frage der Zeit und die Überschwemmung ist da. Ein System, dass vollständig einen regelmäßigen Wasserwechsel durchführt und verdunstetes Wasser nachfüllt. Der Umkehrosmosetank wird automatisch befüllt; das Meerwasser muss per Hand produziert werden.