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Weil Meerwasseraquarien kein geschlossenes System sind, verändert sich die
Wasserchemie laufend. Wird nicht regelmäßig und wohlbedacht das Wasser
ständig manipuliert, wird es früher oder später zu einem Totalzusammenbruch
des gewünschten biologischen Systems führen. (Foto: G.
Baginski)
Die Wasserchemie im Meerwasser ist sehr kompliziert, weil:
In der Natur werden viele Stoffe von außen an das Riff geführt und so ständig frisch den Tieren angeboten. Diese externe Versorgung geschieht durch Tiefenströmungen, Sedimentaustausch, Eintrag von Flüssen, Versorgung mit Wüstenstaub durch die Luft. Abfallstoffe werden durch Strömungen vom Riff weggeführt. Im Aquarium passiert das alles nicht und muss künstlich durch den Aquarianer ausgeführt werden (Wasserwechsel, Dosierung von Pflegeprodukten).
Die richtige Dosierung zu finden, ist die wahre Kunst der Meerwasseraquaristik. Grundsätzlich sollte man mit der empfohlenen Dosierung beginnen. Die benutzte Dosierung sollte ca. 4-6 Wochen beibehalten werden, ohne dass andere Dinge (Technik, Fütterung, Wasserwechsel, andere Produkte) im Aquarium geändert werden. Erst danach kann man sich ein Bild machen, ob die Dosierung eine Veränderung (positiv oder negativ) hervorgerufen hat. Bei negativen Änderungen sollte das Produkt niedriger dosiert oder abgesetzt werden. Bei keiner Änderung, kann eine höhere Dosierung benutzt werden. Weil sich die Aquarienbedingungen über lange Zeit hin stark verändern können, kann der Bedarf an Pflegeprodukten im Laufe der Jahre unterschiedlich sein.
Sinnvoll ist es, ein Protokoll zu führen. Leider wird das nur selten gemacht und bei Erfolg oder Misserfolg ist kaum nachvollziehbar, welche Änderung der ausschlaggebende Faktor war.
Die unten aufgeführte Tabelle gibt eine Übersicht der nötigen
Pflegeprodukte, um ein Aquarium über Jahre hin auf dem gewünschten Niveau zu
halten. Natürlich gibt es Abweichungen, die jeder Aquarianer selber
herausfinden muss. Zum Beispiel kann, obwohl keine Gorgonie und nur schwaches
Kalkrotalgenwachstum vorhanden ist, die Magnesiumkonzentration unter der
empfohlenen Grenze sein. Dann sollte natürlich Magnesium zudosiert werden.
Infos über das richtige Messen der Wasserinhaltsstoffe siehe hier. Unsere
Empfehlung über optimale Konzentrationen finden Sie im Glossar
Parameter.
| Aquariumtyp | Pflegeprodukt | Alternative |
| reines Fischaquarium | 1) KH-plus oder Superpuffer 2) Spurenelemente |
1) Kalkreaktor (kleinere Größe wählen) 2) großzügiger Wasserwechsel |
| Weichkorallenaquarium | 1) KH-plus oder Superpuffer 2) Calcium-plus 3) Spurenelemente |
1+2) Kalkreaktor (normale Größe wählen) |
| gemischtes Riffaquarium | 1) KH-plus Superpuffer 2) Calcium-plus 3) Spurenelemente |
1+2) Kalkreaktor (normale Größe wählen), 2) Kalkwasserreaktor |
| Steinkorallenaquarium SPS / LPS |
1) KH-plus oder Superpuffer 2) Calcium-plus 3) Spurenelemente 4) Strontium |
1+2) Kalkreaktor (größeren Reaktor wählen), 2) Kalkwasserreaktor |
| Optionen: | ||
| hoher Fischbesatz starke Fütterung keine Lebenden Steine |
Phosphat-Adsorber, Phosphat-minus-Reaktor PMR, Nitratfilter ADN |
|
| viele Krebstiere (Garnelen, Einsiedler, Krebse) und / oder viele Caulerpa-Algen | Jod in Jodidform | Lugolsche-Lösung (Vorsicht bei der Anwendung!) |
| viele Gorgonien, starkes Kalkrotalgenwachstum, allgemeiner Magnesiummangel |
Magnesium-plus | Magnesiumrohr, Magnesiumreaktor MgR |
| allgemeine Farbschwäche bei Steinkorallen | Eisen-II | |
Beim Einsatz von Dosierpumpen hat man meist nicht die Möglichkeit, über genauso viele Kanäle (Pumpenschläuche) bzw. Pumpen zu verfügen, wie man für alle Pflegeprodukte benötigen würde. Eine Kombination der Pflegeprodukte kann nur unter bestimmten Umständen funktionieren. Tipps zum Betrieb von Dosierpumpen gibt es hier
Ebenso wird oft die Methode verwendet, bei der die zu dosierenden Pflegeprodukte in das Nachfüllwasser gegeben werden. Auch hierbei können nicht alle Produkte miteinander vermischt werden.
Grundsätzlich sollten die kombinierbaren Produkte nur direkt vor dem Einsatz per Pumpe oder im Nachfüllwasser gemischt werden. Die Haltbarkeit kann bei Mischungen abnehmen. Also sollten nicht zu große Mengen vorgemischt werden.
| KH- plus |
Calcium- plus |
Spuren- elemente |
Strontium | Jod | Eisen-II | Magnesium- plus |
|
| KH-plus | - | - | - | - | - | - | |
| Calcium-plus | - | + | + | - | + | + | |
| Spurenelemente | - | + | + | - | + | + | |
| Strontium | - | + | + | - | + | + | |
| Jod | - | - | - | - | - | - | |
| Eisen-II | - | + | + | + | - | + | |
| Magnesium-plus | - | + | + | + | - | + |
- diese Produkte sollten nicht gemischt werden
+ diese Produkte können gemischt werden