
Eine Kalkbildung ist natürlich und an vielen Stellen der Erde zu sehen. Im
Aquarium aber sind Kalkkrusten unerwünscht und können große Schäden
hervorrufen, wenn ihnen nicht gegengewirkt wird. Bild (AquaCare):
Kalksinterterrassen "Mammoth Hot Springs" im Yellowstone National
Park, USA
Meerwasser und zum Teil auch anderer Salzlösungen - insbesondere Kaliumchlorid aus den pH-Messketten - neigen zum "Kriechen". Das heißt, dass im Wasser gelöste Salze durch Öffnungen oder Risse gelangen, ohne das Wasser mit durch die Öffnung kriecht. Als Ergebnis entstehen z.B. an undichten O-Ringen Salzkrusten, die sich mit der Zeit immer weiter vergrößern. Grundsätzlich entstehen diese Salzkrusten an zwar wasserdichten jedoch nicht gasdichten Verbindungen. Nur wenn eine Verbindung gasdicht ist, können Salzkrusten nicht entstehen.
|
|
Gelöster Kalk im Meerwasser besteht aus Calcium-Ionen und Hydrogencarbonat-Ionen (genauere Erklärungen finden Sie hier). Dabei ist die Löslichkeit stark abhängig vom pH-Wert, Temperatur, Druck und Salzgehalt. Sobald die Löslichkeit der Calcium- und Hydrogencarbonationen überschritten wird, fällt festes Calciumcarbonat = Kalk aus. Dieser Vorgang kann leicht während der täglichen pH-Wertschwankungen vonstatten gehen. Auch an Teilen die warm werden (Pumpen) oder unterschiedliche Drücke erzeugen (Pumpen, Abschäumer) bilden sich leicht Kalkkrusten. Auch kalkbildende Organismen unterstützen die Kalkablagerung. |
| Kalkablagerungen können erhebliche Schäden anrichten. Verkalkte Pumpen können stehen bleiben und durch den Ausfall Schäden bis zum Totalausfall verursachen. Billig Pumpe können verschmoren, wenn Sie stehen bleiben und nicht mehr durch den Wasserstrom gekühlt werden. Besonders kritisch sind Heizstäbe. An ihnen entstehen sehr leicht Ablagerungen (siehe Abbildung), die zu Hitzestau führen. Sind die Heizstäbe nicht gegen Überhitzung geschützt, können sie durchschmoren und einen Kurzschluss erzeugen. Ist die Stromversorgung nicht redundant (mehrere Stromkreise) und wird der Kurzschluss nicht entdeckt (z.B. im Urlaub), ist eine Totalausfall der Meerwassertiere vorprogrammiert. |
|
|
|
Salzkrusten können einfach verhindert werden.
|
|
|
Sind Kalkkrusten einmal entstanden, müssen sie entfernt werden. Einige Ablagerungen können einfach abgewischt werden, insbesondere Salz-Kalk-Mischungen. Feste Krusten können jedoch nur mechanisch oder chemisch entfernt werden.
Eine mechanische Entfernung ist nur bei sehr unempfindlichen Oberflächen empfehlenswert. Mit einem harten Werkzeug (z.B. alter Schraubendreher) kann der Kalk abgekratzt werden.
Empfindliche Oberflächen oder sehr verwinkelte Strukturen (z.B. Pumpenläufer) sollten nur chemisch gereinigt werden. Kalk kann leicht und schnell mit Säuren gelöst werden. Geeignet sind Essigessenz (Essigsäure), Ameisensäure, Zitronensäure oder verdünnte Salzsäure. Andere Säuren - insbesondere Schwefelsäure, Phosphorsäure und Salpetersäure - sollten aufgrund des hohen Gefahrenpotentials nicht verwendet werden.
Wenn Sie mit Säuren hantieren, benutzen Sie grundsätzlich Schutzhandschuhe und
schützen Sie Ihre Augen. Benutzen Sie nie konzentrierte Salzsäure oder andere
anorganische Säure (siehe oben) - selbst das Verdünnen konzentrierter Säuren ist sehr
gefährlich, wenn dieses nicht fachgerecht durchgeführt wird. Benutzen Sie keine
metallischen Gegenstände: Edelstahlspülen z.B. korrodieren sehr schnell durch
Säure.
Vor der chemischen Reinigung sollten die Teile grob mit Wasser gereinigt
werden. Sobald Sie das verkalkte Teil in die Säure hineingeben, beginnt der
Kalk sich aufzulösen. Dabei entsteht Kohlendioxid, das in kleinen Blasen
aufsteigt. Sobald keine Blasen mehr aufsteigen, sind alle Kalkablagerungen
entfernt. Nehmen Sie die Teile wieder aus dem Säurebad heraus und waschen Sie
diese gründlich mit klarem Wasser ab.
Verbrauchte Säure erkennen Sie daran, das verkalkte Teile nicht mehr Blasen
erzeugen. Diese verbrauchte Säure kann ohne Bedenken in den Ausguss geschüttet
werden.