
Fische müssen gut gefüttert werden, damit sie prächtig
gedeihen und widerstandsfähig bleiben. Gleichzeitig verursacht die Fütterung
die Bildung von Abfallstoffen (Bild: Othmar Pötsch)
In allen Aquarien werden laufend Abfallstoffe
produziert. Fische scheiden einen Großteil des aufgenommenen Futters in Form von Ammonium
/ Ammoniak (= NHx), Proteinen (Eiweiße), deren Bausteine (Aminosäuren) und Faserstoffe
(Ballaststoffe) aus. Damit sich die Fische im Laufe der Zeit nicht selbst vergiften,
müssen diese Stoffe entfernt bzw. zu ungiftigeren Produkten umgewandelt werden.
Mit Hilfe der biologischen Filterung können fast alle Abbauschritte bis zu Kohlendioxid,
Wasser, Nitrat, Phosphat und Sulfat durchgeführt werden. Die Endprodukte reichern sich
jedoch an. Der wichtigste biologische Filter im Meerwasseraquarium sind
hochwertige Lebende Steine. Andere Filtersysteme wie Rieselfilter, das System
nach Jaubert, der Schlammfilter nach
Leng Sy, Pflanzenfilter mit
Makroalgen oder Mangroven, Algenrasenfilter (algae turf filter) nach Adey &
Loveland oder Refugien, die im Bypass am Aquarium angeschlossen sind, arbeiten ebenfalls
mit Hilfe der Biologie.

Das Flotat eines Abschäumers
sollte
eine dunkle Farbe aufweisen.
Somit ist eine hohe Anreicherung
der Abfallstoffe gewährleistet.
Mit Hilfe der Abschäumung oder Flotation werden Proteine sofort aus dem Wasser entfernt,
ohne dass sie mikrobiologisch zu den Endprodukten oxidiert werden. Die Folge ist ein
wesentlich geringerer Anstieg der Endprodukte, insbesondere Nitrat und Phosphat. Das
Wasser wird weniger belastet, das Redoxpotential liegt höher, die Tiere fühlen sich
wesentlich wohler.
Bei plötzlicher Belastung, z.B. durch ein totes Tier oder verstärkter Fütterung, kann
ein biologischer Filter nur sehr langsam auf die "Mehrarbeit" reagieren.
Insbesondere die nitrifizierenden Bakterien (Nitrosomonas- und Nitrobacter-Gruppe)
haben Anpassungszeiten von mehreren Tagen. Die Flotation jedoch reagiert sofort und kann
eine Anreicherung der giftigen Zwischenprodukte NHx und Nitrit verhindern oder
zumindest abschwächen.
Je höher die
Belastung ist also je mehr Fische im Aquarium sind und gut gefüttert werden
desto wichtiger ist ein Abschäumer. Sehr niedrig belastete Systeme können sehr
wohl ohne Abschäumer auskommen.
Das Prinzip
der Abschäumung
Proteine haben die Eigenschaft, sich an Oberflächen anzulagern. Bei der Flotation wird
mit Hilfe sehr vieler und sehr kleiner Luftbläschen eine gewaltige Oberfläche
geschaffen. Die Proteine lagern sich an der Oberfläche an (statische Anziehung,
Adsorption). Zusätzlich können an die angelagerten Proteine andere Stoffe andocken:
Schmutzpartikel, tote Zellen (Bakterien, Algen, Pilze) und zum Teil Metalle (für eine
ausreichende Spurenelementversorgung sollte gesorgt werden!).
Voraussetzung für eine funktionierende Flotation ist eine geringe Luftbläschengröße
(Durchmesser unter 1 mm), ein Salzgehalt von mindestens 15o/oo und ein nicht zu
hoher Fettgehalt.
Die Effektivität der Flotation hängt von einigen Faktoren ab:
- Je höher die Temperatur ist, desto schneller
adsorbieren Proteine an den Luftbläschen.
- Je kleiner die Blasen, desto mehr Oberflächen und
damit Abschäumleistung.
- Je länger die Kontaktzeit, desto besser die
Flotation.
- Je niedriger die Turbulenzen (Verwirbelungen) im
Reaktionsrohr (Kontaktrohr), desto weniger Proteine und anhaftende Schmutzstoffe werden
wieder von der Luftblase abgelöst.
- Je geringer die Proteinbelastung im Aquarium,
desto größer ist die prozentuale Abschäumausbeute.
- Ozonzugabe zur Luft fällt weitere Abfallstoffe
aus und lädt ungeladene Proteine statisch auf, so dass diese Stoffe ebenfalls
abgeschäumt werden können. Die Proteinabschäumung wird mit Ozon um 30% gesteigert.
Mit Ozon arbeitet ein Abschäumer gleichmäßiger, d.h. bei plötzlicher Futterzugabe
neigt der Abschäumer weniger zum Überschäumen.
Während der Flotation wird eine hohe Luftmenge
mit Wasser in Berührung gebracht. Durch die patentierte Gasblasenführung in der
Flüssigkeit wird der Sauerstoffgehalt mit dem AquaCareFlotor 2 mg/l über den
Sättigungswert angehoben. Sauerstoffdefizite durch die Atmung der Tiere und der Biofilter
werden ausgeglichen.
Kohlendioxid wird von Pflanzen (Algen) und vielen Tieren (Korallen mit Zooxanthellen) im
Meeraquarium ständig verbraucht, so dass die Karbonathärte fällt und der pH-Wert des
Wasser tagsüber zu stark ansteigt. Der AquaCareFlotor reichert das Wasser effektiv
mit Kohlendioxid an und verhindert dieses Problem.
Der Bakteriengehalt wird erheblich gesenkt - auf ca. 20%. Feinste Schmutzstoffe und
Fällprodukte (z.B. Phosphat-minus) werden schnell dem Wasser entzogen und sorgen für kristallklares Wasser.
Die Farben der Tiere wirken besser.
Für die Blasenerzeugung werden unterschiedliche Verfahren verwendet:
- Luftausströmer aus Holz oder anderer Materialien: die älteste
Methode, Luft feinperlig im Meerwasser zu erzeugen, ist der
Ausströmerstein. Mit nur wenig Druck (ca. 100-150 mbar) wird Luft durch ein
feinporiges Material geleitet. Die Blasengröße wird entscheidend durch die
Größe und Gleichmäßigkeit der Poren beeinflusst. Die Holzart spielt
keine Rolle, sofern die Struktur der Poren gut ist. Bei kleinen Abschäumern
(bis ca. 1000 - 2000 l/h Durchsatz) ist diese Methode im Vergleich zu den
anderen Prinzipien unübertroffen. Voraussetzung ist allerdings, dass die
Ausströmer regelmäßig alle 4 bis 12 Wochen ausgetauscht werden. Mit der
Zeit setzen sich die Poren zu, sodass weniger und größere Blasen erzeugt
werden. Ozonzugabe verstärkt die Alterung der Ausströmer. Zusätzlich wird
eine Luftpumpe benötigt.
- Venturi-Düse oder Injektor: Der Injektor ist eine Düse, in
der die benötigt Luft durch einen Wasserstrahl mitgerissen wird. Bei
richtiger Konstruktion ist die Gefahr des Verkalkens oder Versalzens sehr
niedrig. Leider werden einige Injektoren aus Kostengründen nicht richtig
ausgelegt und verändern so schnell die Lufteinzugsmenge mit der Zeit. Diese
zumeist sehr kleinen Venturi-Düsen müssen oft gereinigt werden. Die
Blasengröße ist direkt abhängig von dem anliegenden Druck, d.h. je höher
der Pumpendruck ist, desto kleiner werden die Blasen. Bei ca. 1 bar Druck
ist die Blasengröße von denen der Holzausströmer nicht mehr zu
unterscheiden. Da der Druck von einer starken Pumpe erzeugt werden muss,
liegt der Energieaufwand bei Injektoren über dem der anderen Prinzipien.
Aber dafür ist die Wartung bei guten Injektoren extrem gering.
- Dispergator: der Dispergator erzeugt durch ein modifiziertes
Pumpenrad (z.B. Nadelrad) Luftblasen, die durch einen sehr kleine Injektor
(am Pumpenansaugstutzen) eingesaugt werden. Die Luftblasen sind erheblich
größer als die der Ausströmer oder guter Venturidüsen. Der größte
Vorteil ist, dass eine energiesparende Pumpe verwendet werden kann und keine
zusätzliche Luftpumpe benötigt wird. Dieser Vorteil wird allerdings durch
den z.T. sehr hohen Verschleiß teuer erkauft. Die Kräfte (Kavitation), die durch das
Wasserluftgemisch am Rotor der Pumpe entstehen sind gewaltig. Die
sogenannten Kavitationskräfte können instabil gebaute Pumpen (viele
Synchronläufer) innerhalb weniger Tage zerstören. Selbst bei robusten
Pumpen (z.B. Eheim Universalpumpen) sind die Laufzeiten erheblich geringer
als bei konventionell betriebenen Pumpen. Mit zunehmenden Verschleiß
erhöht sich die Lautstärke der Pumpe. Aus diesen Gründen setzt AquaCare
keine Dispergatorpumpen ein.
- Fallstromprinzip: die neueste Variante der Lufterzeugung wird durch
einen Wasserstrahl, der an bestimmten Einbauten (z.B. Biobälle) bricht,
erzeugt. Die Höhe der Einbauten (Bioballsäule) und der Wasserstrahldruck
sind entscheidend für die Blasengröße. Das Prinzip funktioniert somit nur
bei hohen Systemen, die mit einer starken Pumpe betrieben werden. Bei
richtiger Konstruktion ist das Fallstromprinzip eine gute Alternative -
vorausgesetzt, dass die weitere Konstruktion des Abschäumers keine Fehler
aufweist.
Die verschiedene Führung von Luft- und Wasserstrom lässt verschiedene
Varianten unterscheiden:

- Gleichstromprinzip: Wasser und Luftblasen bewegen sich im Reaktionsrohr von unten nach oben -
also in die gleiche Richtung. Die Kontaktzeit des Abschäumers ist gering.
- Gegenstromprinzip: Das Wasser wird von oben
nach unten durch das Reaktionsrohr, die Luft von unten nach oben geleitet. Die Kontaktzeit
wird mit diesem Prinzip erhöht - die Abschäumung funktioniert besser.
- Schwebestromprinzip (Jülicher-Prinzip): Das mit
Luft angereicherte Aquarienwasser wird an der
tiefsten Stelle in das Gerät geleitet. Da sich der höchste Druck in diesem Abschnitt
befindet, wird der Gasaustausch verbessert. Das Wasser-Luft-Gemisch steigt im
Reaktionsrohr auf. Dort bildet sich die eiweißhaltige Schaumsäule. Ein Teil der
Luftblasen wird durch den Wasserstrom abwärts durch das äußere Rohr gedrückt. Am
Entspannungskonus verlangsamt sich die Wasserströmung infolge des größeren
Rohrquerschnitts. Die Luftblasen bleiben durch dieses Prinzip besonders lange im Wasser
und lagern wesentlich mehr Protein an. Nach langer Kontaktzeit gelangen die Blasen wieder
in den Schaumabschnitt. Der Schaum steigt nach oben und wird langsam entwässert. Im
Auffangbecher gelangt der feste, mit Abfallstoffen beladene Schaum. So werden Abfallstoffe
wirksam und sicher aus dem Aquarium entfernt.
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Prinzip des AquaCareFlotors
(Jülicher Prinzip)
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AquaCare meint, dass eine zu starke Abschäumung
nicht stattfinden kann. Je größer der Abschäumer, desto sauberer ist das Wasser. Um
jedoch Mangelerscheinungen vorzubeugen, ist es bei überdimensionierten Abschäumern
unerlässlich, Spurenelemente zu dosieren. Auch kann bei überdimensionierten
Abschäumern, großzügiger mit Futter für Fische und Niedere Tiere (z.B. Plankton)
umgegangen werden. Tiere, die gut gefüttert werden, sind unanfälliger gegenüber
Krankheiten, leben naturnäher und zeigen ein natürlicheres Verhalten.
Grundsätzlich gilt, dass die Größe oder ob überhaupt ein Abschäumer an
das Aquarium angeschlossen wird, allein vom Besatz und damit vom Futtereintrag
abhängt.
Als Faustregel gilt: wenn weder Phosphat noch Nitrat nachweisbar sind, muss
durch bessere Fütterung kompensiert werden: mehr Fische, mehr Füttern,
Planktonzugaben für Korallen, etc.. Leider leiden noch viele in Aquarien
gehaltene Fische Hunger. Mehr Information zur Fütterung hier.
