| Abschäumer | Die "Herz-Lungen-Maschine" des
Meerwasseraquarium. Schäumt viele Abfallstoffe ab und reichert das Wasser
mit Sauerstoff an. Überschüssige Gase (z.B. Kohlendioxid) werden aus dem
Wasser entfernt. Erhöht das Redoxpotential. Siehe auch "Glossar Abschäumtechnik" |
| Algenfilter | natürliches Filtersystem, bei dem das Wasser durch ein separates, beleuchtetes Becken fließt. Die darin wachsenden Algen entfernen Stoff wie z.B. Nitrat und Phosphat. Auch Monokulturfilter genannt, weil meist nur eine Großalgenart wächst. Gehört zu den biologischen Filtern. Siehe auch Refugium. |
| Aktivkohlefilter | Einfacher Filter, der mit Aktivkohle gefüllt ist. Mit diesem Filter können Gift- und Gelbstoffe herausgefiltert werden, allerdings werden auch Spurenelemente adsorbiert. Deshalb sollte der Aktivkohlefilter nur bei Bedarf eingesetzt werden. |
| Araeometer | Das Araeometer - auch Spindel genannt - bestimmt die Dichte des Meerwasser und lässt somit Schlüsse auf den Salzgehalt zu. Es sollten grundsätzlich nur lange Araeometer benutzt werden, weil die Genauigkeit von kleinen Geräten (unter 15 cm) zu wünschen übrig lässt. Araeometer sind - solange sie in sauberem Zustand sind - in der Reproduzierbarkeit (man kann sich darauf verlassen) wesentlich besser als die aquristischen Leitfähigkeitsmessgeräte. Ein noch besseres Preis-Leistungs-Verhältnis haben Refraktometer. |
| Ausströmer | Der Ausströmer wird zum Eintrag von Luftblasen ins Waser eingesetzt. Er besteht aus unterschiedlichen Materialien: Holz, Sintermaterialien, perforierte Kunststoffschläuche, Keramik. Der Ausströmer wird eingesetzt für Abschäumer, Stripping-Stufen, Airlifts und direkte Begasung. |
| Beleuchtung | Die Beleuchtung hat nicht nur die Aufgabe, die Tiere für den Betrachter zu beleuchten, sondern ist für die meisten Korallen und alle Algen für das Überleben notwendig. Ohne ausreichende und richtige Beleuchtung ist keine Riffaquaristik möglich. Geeignete Leuchtmittel sind HQI-Brenner, Leuchstoffröhren (T8 und T5) und für Lichteffekte Halogenspots. Glühlampen und HQL-Brenner sind nicht für Meerwasser geeignet. Die Beleuchtung muss unbedingt mit einer Schaltuhr oder Aquaristk-Computer gesteuert werden, damit die Tiere gleichmäßige Hell- und Dunkelphasen bekommen. Eine Nachtbeleuchtung (sehr schwaches Licht) ist notwendig, wenn der Aquarienraum extrem dunkel ist. Die Tiere können sich dann auch während der Nacht orientieren. |
| Biofilter | biologisch arbeitender Filter. Bakterien oder andere Organismen filtern aus dem Wasser unerwünschte Stoffe heraus und zerlegen diese in ihre Bestandteile (Mineralisation). Zu den Biofiltern gehören Lebende Steine, Algenfilter, Rieselfilter, Denitrifikationsfilter. Im Gegensatz dazu die physikalischen Filter. |
| Computer | Aquaristik-Computer können mehrere Geräte ansteuern (Pumpen, Filter, Beleuchtung, Nachfüllanlagen) und mehrere Wasserparameter messen (pH-Wert, Temperatur, Redox-Wert, etc.). Zu beachten ist, dass bei "Absturz" des Systems, kein angeschlossenes System mehr funktioniert. Deshalb so wenig wie möglich mit einem Computer regeln. Zur Überwachung der Wasserparameter sind Computer ideal. |
| Denitrifikationsfilter | biologisch arbeitender Nitratfilter. In der Aquaristik gibt es Filter, die mit organischen Stoffen wie Alkohol oder Essig betrieben werden - heterotrophe Filter. Andere Filter arbeiten auf Schwefelbasis - autotrophe Filter |
| Dosierpumpe | meist Schlauchpumpen, die kleine Menge fördern, z.B. für Spurenelemente u.a. oder Kalkwasser |
| Festbettfilter | Filter mit untergetauchtem Filtermaterial. Neigen dazu, das Redoxpotential zu senken, weil Sauerstoff verbraucht wird. |
| Filter | Der Filter ist die Wasseraufbereitung des Aquariums. Es gibt verschiedene Systeme: lebende Steine ("natürliches System"), Algenfilter, Bodengrundsysteme (Jaubert-System, Schlammfiltersystem), Rieselfilter, submerse Festbettfilter, mechanischer oder Schnellfilter, Spezialfilter (Aktivkohle, Phosphatadsorber, Kieselsäureadsorber, Zeolithfilter Denitrifikationsfilter) |
| FI-Schalter | Der Fehlerstromschalter (kurz FI) schaltet sofort die Stromversorgung ab, wenn der Strom falsche Wege fließt, z.B. bei defekten Geräten, die das Wasser unter Strom stellen und damit das Leben gefährden. Grundsätzlich sollte jedes Meerwasseraquarium mit einem - besser zwei - FI-Schaltern ausgerüstet sein. Meerwasser leitet elektrischen Strom besonders gut und kann ohne FI-Schalter gefährlich werden. |
| Heizung | wird für die Riffaquaristik normalerweise nicht benötigt, weil genügend Wärme durch Beleuchtung und Technik produziert wird. Es gibt elektrische Heizstäbe, Heizmatten und Wärmeaustauscher (für Großaquarien). |
| Intervallsteuerung | Mit der Intervallsteuerung werden Strömungspumpen zeitlich und/oder leistungsmäßig gesteuert. Damit sind sehr unterschiedliche Strömungsmuster im Wasser erzeugbar. Die Korallen wachsen unter wechselnder Strömung besonders gut. Dreckecken werden minimiert. |
| Ionenaustauscher | Filter, der mit Ionenaustauschharzen gefüllt ist. Je nach dem welche Ionen ausgetauscht werden spricht man von Anionen-, Kationenaustauscher oder Mischbettfiltern. |
| Kalkreaktor (mit CO2) | Im Kalkreaktor wird kalkhaltiges Material mit Hilfe einer schwachen Säure (Kohlendioxid wird im Wasser gelöst und erzeugt die Kohlensäure) gelöst, so dass Calcium und Karbonathärte entstehen, die von Korallen und anderen kalkbedürftigen Tieren verbraucht wird. |
| Kalkwasser | Kalkwasser ist in Wasser gelöstes Calciumhydroxid. Es hat einen sehr hohen pH-Wert (basisch) und muss mit entsprechender Vorsicht benutzt werden. Mit Kalkwasser wird der pH-Wert leicht angehoben (ca. 0,1 bis 0,3 pH-Stufen), das Wasser mit Calcium angereichert und überschüssiges Phosphat ausgefällt. Die Herstellung des Kalkwasser kann in Kalkwasserreaktoren automatisiert werden. |
| Kreislaufpumpe | Fördert das gereinigte Wasser vom Filterbecken zum Aquarium zurück. Vom Aquarium läuft das belastete Wasser im freien Fall zum Filterbecken. |
| Kühlgerät | Kühler sind bei hohen Raumtemperaturen und/oder abgedeckten Aquarien nötig. Kleine Kühler werden mit Peltier-Elementen betrieben, große Kühlleistungen lassen sich nur mit Kompressorsystem verwirklichen. Wichtig ist, das das Wasser nur mit meerwasserfesten Materialien in Berührung kommt: Kunststoffwärmetauscher; bei Titanwärmetauscher ist unklar, ob eine Gefahr von ihnen ausgeht. Ventilatoren, die über das Wasser streichen, können bei offenen Aquarien je nach Luftfeuchtigkeit 1-3°C kühlen. |
| Leitfähigkeitsmessgerät | Die Leitfähigkeitsmessgeräte (oft falsch Leitwertmessgeräte genannt) misst die elektrische Leitfähigkeit es Meerwassers und lässt Rückschlüsse auf den Salzgehalt des Wasser zu. Auf Grund der Unzuverlässigkeit im Dauereinsatz sollten Leitfähigkeitsmessgeräte nur zum Überwachen und nicht zum regeln benutzt werden. Höhere Sicherheit (und erhebliche Kostenersparnis) bieten die Araeometer und Refraktometer. Zum Regeln sollten nur professionelle Leitfähigkeitsmessgeräte mit 4-Elektrodentechnik verwendet werden. |
| Leitwert | Der elektrische Leitwert ist der reziproke Wert des elektrischen Widerstandes, wird in Siemens (S) bzw. Millisiemens (mS) bzw. Mikrosiemens (µS) gemessen und ist abhängig vom Messgut (z.B. Meerwasser) und der Messanordnung (z.B. Elektrodenabstand, Elektrodenfläche). Ist die Messanordnung definiert (z.B. ein Sensor mit fester Zellkonstante, Einheit 1/cm) kann auf die elektrische Leitfähigkeit (µS/cm) geschlossen werden, die dann ein Maß für den Salzgehalt ist (wenn die Temperatur mit verrechnet wird) ist. |
| Monokulturfilter | siehe Algenfilter |
| Nitratfilter | siehe Denitrifikationsfilter |
| Oberflächenabzug | auch Skimmer genannt (nicht zu verwechseln mit dem englischen Begriff skimmer für Abschäumer). Mit dieser Einrichtung wird das Obeflächenwasser dem Filtersystem zugeführt. Ohne Oberflächenabzug bildet sich einen schmutzstoff- und bakterienreicher Film (Kahmhaut), der Gasaustausch und Lichtdurchlässigkeit behindert und Krankheiten fördert. Im Meerwasseraquarium ist der Oberflächenabzug, der meist mit einer Überlaufkammer verwirklicht wird, unverzichtbar. |
| Osmose | unzulässige Abkürzung von Umkehrosmoseanlage |
| Ozon | Sehr reaktive Form des Sauerstoff, die in Ozonisatoren (Ozongeneratoren) erzeugt und im Wasser - meist im Abschäumer - gelöst wird. Ozon ist giftig. hier weitere Infos über Ozon. |
| Photometer | In Photometern werden mit speziellen Chemikalien die zu messenden Parameter "eingefärbt". Mit einem Lichtstrahl und einer Auswertelektronik wird der Grad der Färbung in eine Konzentration umgerechnet. Photometermessungen sind wesentlich genauer als Schnelltestmessungen. |
| Physikalischer Filter | Physikalisch arbeitende Filter, die ohne biologische oder chemische Reaktionen unverwünschte Stoffe aus dem Wasser herausfiltern: Schnellfilter oder mechanischer Filter, Aktivkohlefilter, Abschäumer, Umkehrosmoseanlagen. Im Gegensatz dazu biologische Filter. |
| Refraktometer | Gerät zur Bestimmung des optischen Brechungsindexes. Der Brechnungsindex kann als Maß für die Dichte einer Substanz dienen. Für die Aquaristik sind diese Geräte zur Bestimmung der Dichte / Salzgehaltes sehr gut geeignet. Alternative sind Araeometer und Leitfähigkeitsmessgerät. |
| Refugium | Nebenbecken, das wassertechnisch mit dem Hauptbecken installiert ist. Es wird zur Filterung (z.B. Algenfilter) oder zur Ansiedlung von Organismen, die im Hauptbecken nicht gehalten werden können, verwendet. Auch im Refugium wachsende Kleinlebewesen und deren Vermehrungsprodukte (Eier, Larven) können ins Hauptbecken gelangen und als Futter dienen. |
| Resistivität | spezifischer elektrischer Widerstand; bei Flüssigkeiten wird er als elektrische Leitfähigkeit bezeichnet |
| Rieselfilter | Filter gefüllt mit Filtermaterial, bei dem das Wasser über das Material rieselt. Das Filtermaterial ist nicht untergetaucht. |
| R.O.-Anlage | Abkürzung für Umkehrosmoseanlage |
| Rohrleistungssystem | Rohrleitungssysteme verbinden z.B. Filterbecken mit Aquarium oder verteilen das Wasser der Strömungspumpen. Fest verlegte Rohrleitungssysteme haben den Vorteil, dass sie sehr haltbar sind. Schlauchsysteme können leicht undicht werden. Außerdem verändert sich die Struktur der meisten Aquarienschläuche, indem die Weichmacher (z.B. Phthalate sind krebserregend) in das Wasser austreten und den Schlauch verspröden. |
| Schaltuhr | Schaltuhren sollten für immer wieder kehrende Schaltprozesse verwendet werden, z.B. für das Licht, zeitlich gesteuerte Kalkreaktoren, Strömungspumpen u.a.. Mechanische Schaltuhren können im Gegensatz zu einfachen digitalen Schaltuhren nicht abstürzen. Mehrere Schaltprozesse können zumeist auch von Aquaristik-Computern übernommen werden. |
| Schnellfilter | mechanischer (physikalischer) Filter, der Partikel entfernt. Es wird viel Wasser durch diesen Filter gepumpt, um eine hohe Leistung zu erziele. Wird der Filter nicht regelmäßig gesäubert (1x die Woche), lässt die Leistung nach und wird langsam zum Biofilter. |
| Schnelltests | Schnelltests werden in der Aquaristik zur Bestimmung von Wasserparametern (siehe auch Glossar Wasserparameter) benutzt. Es gibt sie als Eintauchstreifen oder Tropfentests. Wesentlich genauer sind Photometer. |
| Schwefelnitratfilter | siehe Denitrifikationsfilter |
| Spindel | siehe Araeometer |
| Strömungspumpe | Strömungspumpen sind für die Erzeugung der wichtigen Wasserbewegung zuständig. In kleineren Aquarien werden untergetauchte Kreiselpumpen oder am Rand eingehängte "Turbellen" benutzt. In größeren Aquarien wird die Strömungspumpe außerhalb aufgestellt und mittels Rohrleitungssystem mit dem Aquarium verbunden. Für die Riffaquaristik sollte das Beckenvolumen mindestens 10mal pro Stunde mit Strömungspumpen umgewälzt werden. Optimal werden Strömungspumpen mit Intervallsteuerungen betrieben. |
| Temperaturmessgerät | Temperaturmessgeräte auch Thermometer
genannt sind unverzichtbar für die Riffaquaristik, weil die Tiere nur in
einem engen Temperaturbereich (ca. 22-27°C) optimal gedeihen können. Die
Temperatur wird am besten mit einem elektronischen Regelgerät in
Kombination mit einem Bimetall-Regelheizer geregelt. Diese doppelte
Sicherheit verhindert die unkontrollierte Aufheizung des Wassers. Zum Kühlen (z.B. im Sommer) werden Ventilatoren oder Kühlgeräte verwendet. |
| Test zum Bestimmung von Wasserparametern | siehe Schnelltests und Photometer |
| Umkehrosmoseanlage | Technik zur Erzeugung von reinem Wasser aus z.B. Trinkwasser. Mit Hilfe des Wasserdrucks wird an einer halbdurchlässigen (semipermeablen) Membran ein Konzentrationsunterschied erzeugt, der das reine Wasser entstehen lässt. Weiter Infos hier. |
| Überlauf | Der Überlauf sorgt dafür, dass das belastete Wasser von der Oberfläche des Aquariums in das Filtersystem gelangt. Ohne Überlauf bildet sich eine Kahmhaut, die negativen Einfluss auf die Tiere hat. |
| UV-Entkeimung | Mit der UV-Entkeimung werden mittels UV-Licht Krankheitserreger und teilweise frei schwebende Algen getötet. Wichtig ist, dass der UV-Brenner regelmäßig gewechselt wird, um eine hohe Wirksamkeit zu erzielen. Professionelle Systeme haben einen Sensor, der die Leistung des Brenners kontrolliert. UV-Strahlung schädigt Augen und Haut und darf deshalb nur in Spezialröhren betrieben werden. |
| Wasseraufbereitung | Im engeren Sinne bezeichnet man als Wasseraufbereitung, die Systems, die das Rohwasser (meist Leitungswasser) zu meerwassergerechtem Wasser aufbereiten. Die gängigsten Systems sind: Umkehrosmosetechnik (siehe auch "Glossar RO-Technik"), Ionenaustauscher und Aktivkohle. |
| Zeolithfilter | Adsorberfilter, der Nitrat und Phosphat aus dem Wasser filtern kann. Es werden aber unkontrollliert andere Stoffe mit aus dem Wasser gefiltert. Der Zeiolithfilter gehört zu den Physikalischen Filtern. |